Jubiläum in Leverkusen Hospizdienst hilft seit 25 Jahren

Leverkusen · 83 Ehrenamtler begleiten für den Verein Menschen auf dem letzten Lebensweg. Ebenso wichtig ist die Unterstützung der trauernden Hinterbliebenen.

 Setzen sich für eine sensible Begleitung von Sterbenden und für Hilfe bei der Trauerbewältigung ein: Elisabeth Kohrt und Hans-Jürgen Theus vom Hospiz-Verein.

Setzen sich für eine sensible Begleitung von Sterbenden und für Hilfe bei der Trauerbewältigung ein: Elisabeth Kohrt und Hans-Jürgen Theus vom Hospiz-Verein.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Vor 25 Jahren nahmen sich 17 Ehrenamtler ein Herz und gründen den Verein Hospiz Leverkusen. Als ambulanter Dienst und gänzlich auf freiwillige Mitarbeit bauend wollen sie schwer kranke Menschen auf dem letzten Lebensweg begleiten. Das Projekt wird ein Erfolg. Ein Vierteljahrhundert später, sind aus 17 Mitgliedern 434 geworden. Doch, so wie die Zahl der haupt- und ehrenamtlichen Helfer, wächst auch die Nachfrage nach ihren Diensten. Noch ist das Arbeitsaufkommen zu bewältigen, Vorsitzender Jürgen Theus betont aber: „Das müssen wir im Auge behalten.“

Derzeit sind 83 Männer und Frauen als qualifizierte Sterbebegleiter für den Verein tätig. Nachwuchssorgen gibt es noch nicht. Sie kümmern sich momentan um 95 Menschen, spenden Aufmerksamkeit, nehmen Ängste, erzählen Geschichten und halten auch mal das ein oder andere Händchen. Medizinische Handlungen nehmen sie nicht vor. „Schwerpunkte der ambulanten Hospizarbeit ist neben der Sterbebegleitung die Unterstützung der Hinterbliebenen“, erläutert Elisabeth Kohrt. Im laufenden Jahr sind bereits 91 Fälle abgeschlossen. Zum Vergleich: 2019 waren es zum jetzigen Zeitpunkt 54.

Das zeigt, dass der Wunsch nach einem qualifizierten Sterbebegleiter steigt. Seit 2007 haben gesetzlich versicherte Personen, deren Krankheit weit fortgeschritten oder Lebenserwartung gering ist, Anspruch auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Korth, die für die Qualifizierung der Freiwilligen zuständig ist, nennt dieses Gesetz einen „Wendepunkt“ und bekräftigt: „Das ist ein Meilenstein.“ Darauf aufbauend wurde der Verein ein integraler Bestandteil der „Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung“ und kooperiert seit 2012 mit dem Ambulanten Palliativzentrum Leverkusen.

Interessierte melden sich meist telefonisch bei einer der drei hauptberuflichen Koordinatorinnen. Diese erfragen grundlegende Informationen, schaffen sich bei einem Besuch einen Überblick über Patient und Familie und entscheiden dann, welcher Sterbebegleiter passt. Der älteste Sterbehelfer ist über 80 Jahre alt, die Jüngste Mitte 20. Sie alle durchliefen eine einjährige Qualifizierung mit Theorie und Praxisarbeit. Vorerfahrung ist nicht nötig.

Ebenso wichtig wie die Begleitung der schwerkranken Menschen ist die Hilfe bei der Bewältigung der Trauer der Hinterbliebenen. Dafür organisiert der Verein unter anderem Gesprächsgruppen, in denen durchaus viel gelacht wird. Diese Arbeit basiere vollständig auf Spenden, da sie nicht förderfähig sei. Vorsitzender Theus pocht auf Veränderung: „Eine finanzielle Besserstellung durch die öffentliche Hand wäre wünschenswert. Wir haben die Hoffnung, dass sie bald erkennt, wie wichtig die qualifizierte Trauerarbeit ist.“