Holi-Festival in Leverkusen: Besucher fordern nach Unwetter ihr Geld zurück

Holi-Festival in Leverkusen : Tumulte nach Abbruch des Holi-Festivals

Rund 7500 Gäste mussten beim Unwetter den Neulandpark verlassen. Parkbetreiber: „Räumung reibungslos“.

Das Holi-Festival fand gegen 18.30 Uhr am Samstag ein abruptes Ende: Ein ordentlicher Regenschauer ergoss sich über die bis dahin bestens aufgelegten Festivalbesucher. Triefnass und mit bunten Farbklecksen versehen mussten die rund 7500 Feiernden dann aber überraschend schnell den Neulandpark verlassen. Es drohte Gefahr durch Blitzeinschläge.

Gegen Mittag hatte das Spektakel, mit Livemusik und einem bunten Pulverregen zu jeder vollen Stunde, begonnen. Die Stimmung war bis zu diesem Moment friedlich und ausgelassen, erinnerten sich einige Festivalbesucher, die nach der Räumung vor dem mit Gittern versperrten Gelände ausharrten, zum einen in der Hoffnung, dass es nach dem Schauer weitergehen würde, zum anderen, weil sie ihr Geld zurückverlangten. Nicht den Eintritt, aber doch den Wert der aufladbaren Verzehrkarten.

Die Freundinnen Jana, Paula, Laura und Nadja waren erst vor wenigen Stunden von Wuppertal aus nach Leverkusen gekommen, um erstmals beim Holi-Festival dabei zu sein. Von den Tumulten bei der Räumung vor der Bühne bekamen die Freundinnen nichts mit: „Kurz bevor es mit der Räumung losging, waren wir aus der Masse vor der Bühne rausgegangen, um uns Getränke zu holen“, erzählte Laura (23). „Vor der Bühne standen echt viele Menschen, da konnte man sich nicht bewegen, ohne sich an jemand anderes zu stoßen“, beschrieb Nadja (21). Als der Platzregen losging, nutzten viele die geschwungene Metallbrücke im Park als Unterstand. „Die Security hat die Leute angebrüllt, von der Brücke wegzugehen, weil es angefangen hatte zu blitzen“, erinnert sich Paula (19). „Plötzlich sind dann einige Richtung Ausgang geeilt.“ Von den Sicherheitsleuten hatten die Freundinnen erfahren, dass das Gelände geräumt werde. „Wir haben uns gewundert, dass keine Durchsage aus den Lautsprechern kam und sind einfach mit rausgegangen“, erzähl Paula weiter.

Vor der Bühne sei die Räumung etwas hektischer gewesen, berichtete Laura, deren Schwester sich wohl noch in der Menge befand. Von einer Massenpanik, wie andere Festivalbesucher berichteten, könne allerdings nicht die Rede sein, betonten Polizei und Armin Kühler, Betreiber der Neulandsparks: „Im Gegenteil. Dafür, dass es unsere allererste Räumung im Neulandpark war, hat es reibungslos funktioniert“, äußerte Kühler. Die Beamten seien lediglich dazu gerufen worden, weil nach dem Schauer Gäste versucht hätten, erneut auf das Gelände zu gelangen. „Wir haben uns entschlossen, das Festival komplett zu beenden“, berichtete Kühler. Die Besucher erneut auf das Gelände zu lassen, hätte einen enormen Kontrollaufwand durch die Sicherheitsleute bedeutet.

Später wurde es ungemütlich für die durchnässten Besucher. Das DRK verteilte Decken. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Detlef Gilke, Dienstgruppenleiter der Polizei Opladen, die als Unterstützung der Wiesdorfer Einheit mit ausrückte, unterstrich die Aussage über eine geordnete Räumung. „Bei der eigentlichen Maßnahme waren wir nicht involviert. Wir sorgen jetzt nur dafür, dass alles Weitere wie die Geldrückgabe der Verzehrkarten geordnet verläuft.“ Verletzt wurde bei der Räumungsaktion übrigens niemand. Das Deutsche Rote Kreuz verteilte an durchnässte und wartende Festivalbesucher  wärmende Decken.

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