Hitdorfer Weihnachtsmarkt mit Herz statt Kommerz

Erlöse für den guten Zweck : Hitdorfer Weihnachtsmarkt mit Herz statt Kommerz

Mit seinen acht Buden ist der Weihnachtsmarkt in Hitdorf etwas ganz Besonderes. Die Einnahmen gehen an den Verein „Lebbe in Hitdorf“ und an die Tafel.

In kleinen Dörfern herrscht noch dieser spezielle Zusammenhalt, der das Leben der Menschen prägt. Von diesem engen Bündnis ist auch der Weihnachtsmarkt im kleinen Hitdorf gezeichnet. Ähnlich einem Stadtfest sind die Buden nahe des Rheins nur an einem Wochenende aufgebaut. Und schon bei eben jenem Aufbau wird klar: Die Erschaffer sind mit Herzblut bei der Sache.

Denn in dem kleinen Dorf am Rhein ticken die Uhren noch anders. Mit den großen Märkten in Opladen oder gar Wiesdorf sind die acht Holzbuden, die am Freitag auf einem Firmenparkplatz inmitten von Hitdorf aufgestellt wurden, nun wirklich nicht zu vergleichen. „Es ist nicht so kommerziell wie anderswo“, sagt Organisator Heinz Gladbach.

Der 61-Jährige ist einer der Menschen, die sich im Verein „Lebbe in Hitdorf“ zusammengeschlossen haben und ihren Stadtteil mit vielen bunten Ideen, kleinen Investitionen und vielen Gedanken beleben. So entstand auch der Weihnachtsmarkt – das war vor 16 Jahren. „Jetzt hat er sich etabliert. Es ist ein Treff- und Kommunikationspunkt“, sagt Gladbach stolz, während hinter ihm fleißig gewerkelt und gearbeitet wird.

Denn noch ist Samstagmorgen, es verbleiben gut sechs Stunden bis zur Eröffnung. Wenn also bald bis zu 600 Leute über zwei Tage die Buden mit Handwerk, Würstchen, Waffeln, Glühwein und Bier belagern, gibt es noch eine Menge zu tun. So sind auch Anja, Lisa und Petra mitten in den Planungen. Immerhin: Ihr Tannenschmuck hängt schon mal an der Hütte. In den kommenden Stunden wird Anja im Akkord Waffeln backen – und das mit Freude: „Das Geld ist ja für einen guten Zweck.“ So werden mit dem Überschuss aus dem Markt Aktionen des gastgebenden Vereins finanziert. Das einzige außerhalb Hitdorf ansässige Projekt, das jedes Jahr unterstützt wird, ist die Leverkusener Tafel.

Zwischendurch mal über den Markt schländern wird wohl schwer für Anja. Wenngleich: Völlig allein ist sie nicht. Hin und wieder, erzählt sie, werde ihr bestimmt ein Glühwein vorbeigebracht. So ist das nämlich im Dorf.