Leverkusen: Hitdorfer Straße: Stadt will neue Bürgerbeteiligung

Leverkusen: Hitdorfer Straße: Stadt will neue Bürgerbeteiligung

Nach dem Beschluss der Bezirksvertretung I, beim Ausbau der Hitdorfer Straße künftig eine generelle Fahrbahnbreite von fünf Metern anzustreben und 4,5 Meter auf keinen Fall zu unterschreiten, hat die Stadtverwaltung gestern reagiert. Baudezernentin Andrea Deppe kündigte im Gespräch mit unserer Redaktion an, sie wolle bei diesem Thema ein neues Bürgerbeteiligungs-Verfahren starten.

Der Beschluss, der auf einen gemeinsamen Antrag der Bezirksfraktionen von SPD und CDU hin zustande gekommen war, strebt in Teilen das genaue Gegenteil dessen an, was im Beschlussvorschlag der Stadt empfohlen worden war und auf dem Ergebnis einer mehrtägigen Planungswerkstatt fußt.

Die nunmehr von der Politik gewünschten Veränderungen seien so gravierend, dass man das Beteiligungsverfahren erneut einleiten müsse, argumentiert die Baudezernentin. Außerdem müsse die Stadt nun prüfen, inwieweit der in der Bezirksvertretung gefasste Beschluss "im Detail tatsächlich auch umgesetzt werden kann und wo es Probleme gibt".

SPD und CDU wollen den Autofahrern auf der Hitdorfer Straße mehr Raum geben, um Rückstaus und lange Stehzeiten zu vermeiden. Denn die führten unweigerlich zum Ausweichen auf die Ringstraße. "Und genau das wollen die Hitdorfer eben nicht", betonte CDU-Bezirks-Fraktionschef Andreas Eckloff gegenüber unserer Redaktion. SPD und CDU hätten sich gemeinsam mit ihren Ratspolitikern vor Ort und ihren Bezirksvertretern über viele Monate hinweg ein Bild von den wirklichen Wünschen der Hitdorfer gemacht, eben weil wir die Menschen mitnehmen wollen".

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Dass sogar die Bürgerliste mitgestimmt habe, der ja durchaus enger Kontakt zur Bevölkerung nachgesagt werde, komme auch nicht allzu oft vor. Kurzum: "Wir haben alles getan, um uns genau an dem Willen der Leute zu orientieren, die diese Entscheidung betrifft", versichert Eckloff, der gleichzeitig die Berichterstattung unserer Redaktion kritisierte.

Die Baudezernentin betonte gestern dagegen noch einmal, sie sei mit der 2013 durchgeführten Planwerkstatt in Hitdorf, die von einem renommierten Büro für Dialoggestaltung begleitet worden war, sehr zufrieden. Auf dieser Basis habe die Stadtverwaltung der Politik die bestmögliche Vorschlagsvariante präsentiert: "Aber die Entscheidung treffen natürlich die Politiker." Die sei jetzt deutlich anders ausgefallen - "und nun ist es unsere Aufgabe, zu sehen, ob und wie wir sie umsetzen können."

Umdenken muss die Stadt vermutlich auch bei der Gestaltung des Hitdorfer Hafens. Hier machte die Bezirksvertretung deutlich, dass der Kirmesplatz zwar durchaus asphaltiert werden dürfe, eine Umgestaltung darüber hinaus aber die Funktion und und Platzverhältnisse in keiner Weise einschränken dürfe.

(RP)