1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Hitdorfer Biwak - und der Bezirksvorsteher wird Cowboy

Leverkusen : Hitdorfer Biwak - und der Bezirksvorsteher wird Cowboy

Zur Not muss man auch mal zum Feuer greifen, dachte sich ein Kellner am Samstag beim Biwak des Hitdorfer Dreigestirns: Der Standartenträger der Altstadtfunken Monheim hatte sich beim Einmarsch mit seiner Last in einer der Luftballonschnüre verheddert, die quer durch den Saal gespannt waren.

Während er mit seinem Hintermann erfolglos versuchte, das Banner zu befreien, hatte der Kellner eine pragmatische Lösung parat: Der Mann griff sich vom nächststehenden Tisch beherzt ein Feuerzeug und teilte die Schnur kurzerhand durch — Applaus vom närrischen Volk für die unfreiwillig komische Einlage und freie Bahn für den Trupp aus Mariechen und Funken, der sich bis zur Hälfte der Halle gestaut hatte.

Beim Biwak, zu dem das Dreigestirn traditionell in die Brinkschulte-Halle eingeladen hatte, herrschte ein buntes Gewusel. Prinz Dirk I. (Köster), Bauer André (Wetzel) und Jungfrau Klaudia (Klaudius Niemitz) marschierten gleich zu Beginn in den Saal und begrüßten die Jecken, nachdem die "Ströppcher" der Hetdörper Mädche un Junge den Auftakt gegeben hatten.

Etliche Karnevalsgesellschaften und Tanzformationen aus der näheren Umgebung gaben sich im Anschluss gegenseitig die Klinke in die Hand: Unter den feierlustigen Gästen fanden sich etwa das Festkomitee Langenfelder Karneval, Prinz Jörn I. mit der Prinzengarde Monheim, das Tanzcorps "Echte Fründe" und das Leichlinger Damendreigestirn mit dem TSV Rhein-Wupper.

  • Monheim : Altstadtfunken sagen ihrem Vereinslokal ade
  • Monheim : Altstadtfunken ehren Starkstrom-Elektriker
  • Leverkusen : Das Hetdörper Dreigestirn ist singfest

Fehlen durfte freilich nicht Seine Tollität Prinz Dieter III., der gegen Ende der Veranstaltung mit seiner Garde in den Saal einzog. HMJ-Literat Walter Gerhards führte durch das Programm, die Fährgarde kümmerte sich um die Bewirtung der Gäste. Für Bezirksvorsteher Rainer Gintrowski ist das Biwak ein fester Termin im Kalender.

"Wenn man als Hitdorfer eine Einladung bekommt, geht man auch dahin, sonst ist man kein Hitdorfer", sagte der Politiker, der im Cowboykostüm zum närrischen Stelldichein erschienen war. "Das Biwak ist so hier einzigartig. Es ist eine durch und durch friedliche Veranstaltung, bei der alles Politische in den Hintergrund gerückt wird. Wir feiern hier einfach nur Karneval."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Biwak des Hitdorfer Dreigestirns 2012

(rl)