Historische Vorträge über Diepental an der Leverkusener Stadtgrenze

Nostalgie : Diepental – vom Rittersitz zum Erholungsgebiet

Der Bergische Geschichtsverein und seine Partner erkunden die Vergangenheit des Diepentals und bieten zwei Vorträge zum Thema an.

(bu) Diepental war über Jahrzehnte für viele Leverkusener, Leichlinger, Langenfelder, Monheimer, Kölner und Solinger ein attraktives Ausflugsziel. Gemeinsam mit dem Stadtarchiv Leichlingen und der Stadtgeschichtlichen Vereinigung Leverkusen hat sich nun der Bergische Geschichtsverein mit dem Thema beschäftigt.

„Mit Hilfe von Urkunden, Dokumenten, vielen Fotos, Karten und Informationen aus dem Stadtarchiv Leichlingen sowie der Familie Halbach versuchen wir, die rund 600jährige Geschichte des ehemaligen Rittersitzes und seiner späteren Bewohner/Nutzer nachzuzeichnen“, berichtet Reinhold Braun vom Bergischen Geschichtsverein über das Projekt.

Winterspaß in Diepental: Eislaufen auf der zugefrorenen Talsperre im Jahr 1928. Foto: Stadtarchiv Leichlingen

Bei zwei öffentlichen Vorträgen will Braun gemeinsam mit Marc Sievert (Leichlingen) und Dr. Günter Junkers (Leverkusen) die Ergebnisse der historischen Recherchen präsentieren. „Falls Ihre Leser selbst noch Fotos oder Andenken und Erinnerungen an Diepental haben, versuchen wir diese noch mit in unsere Vorträge oder in eine spätere Publikation einzuarbeiten“, sagt Braun. Fast keine Fotos gebe es vom Ende der Talsperre, an dem das frühere Wasserwerk und das Elektrizitätswerk lagen.

Die Geschichte Diepentals reicht zurück ins Mittelalter. Das Geschlecht der Ritter von Diepental baute sich eine Wasserburg im Murbachtal. Christine von Diepental heiratete 1580 den bergischen Fähnrich Heinrich von Katterbach. Beide Familien besaßen umfangreiche Besitzungen auch außerhalb des heutigen Leichlingen und Leverkusen.

Auch nach dem Krieg florierte das Geschäft mit Ausflüglern. Viele Kinder lernten dort schwimmen. Das Foto entstand 1970. Foto: Reinhold Braun

1803 kam Diepental in bürgerlichen Besitz. 1897 erwarb es die Familie von August Halbach. Sie baute eine Talsperre zur Stromerzeugung. Auf dem See konnte man zwischen 1905 und etwa 1934 im Winter Eislaufen.

Ab 1920 gab es einen Restaurationsbetrieb. In der Talsperre haben viele Kinder aus Pattscheid (Bergisch Neukirchen) das Schwimmen gelernt. Fast 100 Jahre diente dieses Gebiet um der Talsperre der Naherholung. Jetzt wird es renaturiert. Viele Geschichten und Anekdoten rankten sich im Laufe der Jahrhunderte um dieses ehemalige Rittergut.

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