Hilfe für psychisch Erkrankte am Klinikum Langenfeld

Langenfeld : Hilfe für psychisch Erkrankte am Klinikum

Die LVR-Klinik Langenfeld steckt 8,5 Mio. Euro in ein neues Angebot am Klinikum. Baustart ist im November, Fertigstellung im Frühjahr 2020.

Betty hat ihre Diagnose hier immer haargenau gestellt, hat gewusst, wo Patienten der Schuh drückt, ob medizinisch oder – das vor allem – auch privat.

Doch die Scheinwerfer, unter deren Licht „Bettys Diagnose“ im Klinikum fürs ZDF gefilmt wurde, sind erloschen. Das Gebäude 2, in dem die Fernseh-Krankenhauswelt spielte, steht leer. Aus gutem Grund. Dort wird investiert – in reale medizinische Versorgung: Im zweiten Quartal 2020 will die LVR-Klinik Langenfeld eine Art Zweigstelle eröffnen. Dann geht in Erfüllung, worüber Klinikum-Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann und die LVR-Klinik grob seit dem 50. Geburtstag des Schlebuscher Krankenhauses, das war vor zwölf Jahren, sprechen: 30 psychiatrische Tagesplätze und eine vollstationäre Behandlungseinheit mit 30 Betten. Dazu kommt eine angeschlossene Ambulanz.

„Die stationäre und teilstationäre Behandlung steht all jenen zur Verfügung, bei denen eine ambulante Behandlung von seelischen Krisen, Depressionen, Angsterkrankungen und weiteren psychischen Krankheitsbildern nicht ausreicht“, beschreibt die LVR-Klinik. Das Behandlungszentrum Leverkusen werde vor allem Angebote aus dem gesamten Bereich der allgemeinen Psychiatrie vorhalten, im tagesklinischen und ambulanten Bereich auch spezialisiert. Baustart ist im November: Dann sollen zwei Etagen im Gebäude 2 umgebaut werden. Rund 8,5 Millionen Euro steckt der Landschaftsverband Rheinland (LVR) in das Projekt.

„Mit der Eröffnung des Behandlungszentrums wird den Patienten aus der Region auch im stationären und teilstationären Bereich eine wohnortnahe psychiatrische Versorgung ermöglicht“, betont denn auch Vorstandsvorsitzender Holger Höhmann. Seit 20 Jahren betreibt die Einrichtung eine Tagesklinik und eine Institutsambulanz in Opladen. Die Verlagerung einer Station aus Langenfeld aufs Klinikum-Areal und die Einrichtung einer Tagesklinik sollen auch  „die bereits bestehende Vernetzung mit allen an der psychiatrischen Versorgung Beteiligten stärken, damit ein wirksames Netzwerkgeschaffen wird“. Dazu gehören etwa niedergelassene Fachärzte und Psychotherapeuten, Vertreter von Betroffenen und gemeindepsychiatrischen Träger wie dem Sozialdienst katholischer Frauen.

Die LVR-Klinik plant Erweiterungen ihres Angebots. „So wird geprüft, ob in Zukunft ein ‚Home Treatment‘, eine Behandlung im eigenen Zuhause, angeboten werden kann“, sagt Chefarzt Thomas F. Dielentheis. Geplant sei auch ein psychosomatisches Angebot mit dem Klinikum. Zimmermann freut sich, dass sein Wunsch in Erfüllung geht: „Unsere Mission ist eine breit gefächerte, hochqualifizierte und wohnortnahe Gesundheitsversorgung.“ Diagnosen wird es also wieder in Gebäude 2 geben. Diesmal reale.

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