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Hilfe aus Leverkusen für Hobby-Imker in der Eifel

Geselligkeitsverein räumt auf : Hilfe aus Hitdorf für Hobby-Imker in der Eifel

Bienenzucht von der Flut zerstört. Geselligkeitsverein hilft einem Mitglied in akuter Not und beseitigt Hochwasserschäden in der Eifel.

Freunde in der Not – und dabei reicht das Netz der Hilfe weit über  Stadtgrenzen hinaus. Das zeigt das Beispiel des Hitdorfer Geselligkeitsvereins. Harald Hiob ist dort Mitglied, auch wenn er inzwischen mit seiner Frau Michaela in Solingen wohnt.  In Schönecken in der Eifel hat das Paar eine weitere Bleibe und betreibt dort eine Hobby-Imkerei. Dass die Keller vollgelaufen waren, der Garten verwüstet wurde, finden beide noch eben  tragbar. „Wir leben noch, und unser Haus steht noch“, sagen sie. Viel schlimmer stünde es um die Bienen. „Alle Bienen auf unserem Grundstück sind dem Wasser zum Opfer gefallen“, berichtet Harald Hiob. „Zehn volle Bienenkisten mit rund 60 Kilo Honig, der eigentlich samstags geschleudert werden sollte, sind vom Hochwasser einfach mitgerissen worden.“  Freunde und Nachbarn hatten vorsorglich die Tiere schon auf 110 Zentimeter  hochgesetzt. „Aber das hat nicht gereicht. Die Nims, die normalerweise  etwa  3,5 Meter breit und 15 Zentimeter tief ist, war auf einmal in rasend schneller Zeit auf 9,33  Meter  Höhe und 60 Meter Breite gestiegen.“

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Mitglieder des  Hitdorfer -Geselligkeitsvereins mit dem Vorsitzenden Siggi Kleinschmidt an der Spitze  machten sich also auf den Weg in die Eifel, um zu helfen. Sie sortierten Brennholz aus, fuhren  Müll zur Deponie. Reste von Bienenwerkstatt und vom Hochwasser zerstörte Holzlager abgerissen. Die Helfer richteten Bäume wieder auf und kürzten Hecken.

Reste von Schlamm und Unrat waren in den  Keller geschwemmt worden und mussten mühevoll entsorgt werden. Nachdem die Ordnung so einigermaßen wieder hergestellt war, blieb auch noch Sinn für Humor. Mitglied Rainer Gintrowski sagte: „Harald, vorher hattest du das totale Chaos im Garten. Jetzt aber hast du ein geordnetes Chaos im Garten.“

 Mitglieder des Geselligkeitsvereins packten zu.
Mitglieder des Geselligkeitsvereins packten zu. Foto: Hiob

Am späten Abend wurde dann der Grill angefeuert, denn die Hitdorfer hatten von Mitgliedern gespendete Lebensmittel mitgebracht. Schließlich überraschte Sandra Telahr-Görres Michaela und Harald Hiob noch mit einem Kuvert. Das enthielt einen satten Geldbetrag zum Aufbau und Wiederanfang der Bienenhaltung. Viele Mitglieder des Geselligkeitsvereins hatten  zusammengelegt.

Hiob: „Da die Bienen von der Elementarversicherung nicht bezahlt werden, war es nicht nur eine schöne Geste der Hoffnung. Es ist ein Neuanfang der Bienenhaltung.“ Und: Obwohl Rainer Gintrowski sich bereits an der Sammlung gemeinsam mit seiner Frau beteiligt hatte, spendete er zusätzlich Geld für eine Extra-Bienenkönigin.

Michaela und Harald Hiob waren tief gerührt von der großen Anteilnahme und den Freundesbekundungen.  „Wir hätten bestimmt ein dreiviertel Jahr gebraucht, um dieses Chaos zu beseitigen, wenn nicht noch länger. Wo andere versagt haben, hat sich der Hitdorfer  Geselligkeitsverein wieder mal voll reingekniet.“

Der Verein hat gezeigt,  dass er nicht nur schöne Feste feiern, sondern auch hart zupacken kann, sagt Hiob. „Wer hier Mitglied ist, hat nicht nur eine Mitgliedsnummer, er ist ein Mensch und Freund.“  

(bu )