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Heimattheater in Leverkusen-Hitdorf: Himmel auf Erden im Ganovennest

Heimattheater in Leverkusen-Hitdorf : Himmel auf Erden im Ganovennest

Der Schwank kommt am Wochenende auf die Bühne. Die im rheinischen Dialekt erzählte Geschichte hat einen ernsten Hintergrund und beruht auf wahren Begebenheiten.

 Nicht alles war bei der Generalprobe des Stückes „Himmel un Ääd“ perfekt. „Technik und Licht in der Stadthalle Hitdorf sind für Theater noch nicht gut gerüstet“, sagte Regisseurin Monika Noltensmeier. Obwohl die elf Mitwirkenden aus Hitdorf und Umgebung bei ihren Szenen zum Teil nicht ins rechte Licht gesetzt werden konnten, wurde deutlich: Auf diesen Schwank, der eine vergnügliche Mischung aus Bauerntheater und Heimatkomödie darstellt, können sich Zuschauer freuen. Präsentiert wird die 90-minütige Vorstellung, die vor allem von den witzigen Pointen und dem lebhaften Schauspiel der Darsteller lebt, am 15. und 16. Januar, außerdem am 25., 26. und 27. März in der Stadthalle Hitdorf.

Die Vorlage – im Vorfeld innerhalb eines Dreivierteljahres einstudiert – stammt aus der Feder von Karlheinz Lange und Julius Busch. Lange selbst übernimmt im Stück die Rolle als Großvater Dücker. Dessen Sohn Düres (Peter Kissel) war tatsächlich im Jahr 1852 zugleich Wirt und Schmied des Ortes, der vom preußischen Polizeirat Wilhelm Stieber (glänzend dargestellt von Helmut Kuhnhenn) als „Ganovennest“ bezeichnet wird. Dem widersprechen die Bewohner. Sie, und speziell die Frauen in Hitdorf, haben nach eigener Ansicht den „Himmel auf Erden“.

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Insgesamt überzeugt nicht nur Johann Dorff (Matthias Weidner) als Sohn des Tabakfabrikanten Wilhelm Dorff (Hans-Werner Rauen), sondern auch Friedrich von Retzow (Brita Broker) als Polizeispitzel. Außerdem Heinrich Schiefer (André Wetzel) als Vorleser, der wiederum vom Polizeirat erst als „Staatsfeind Nummer Eins“ bezeichnet, kurz darauf als Neffe an des Ordnungshüters Herz gedrückt wird.

Die im rheinischen Dialekt erzählte Geschichte ist aber nicht ausschließlich heiter, sondern hat einen ernsten Hintergrund. Überdies beruht sie auf wahren Begebenheiten. Aus dem Nachbarort Rheindorf werden beispielsweise die Namen Norhausen und Richrath erwähnt. Bis heute leben die Nachfahren des ehemaligen Fassbinders Anton Gewaltig (Ilja Sperlich) im Ort. Die Fabrikantenvilla Dorff steht nach wie vor an der Viehgasse. Selbst die ehemalige Schmiede Dücker existiert, wenn auch nur im Industriegebiet von Langenfeld.