Hegeringleiter Ernst Stephan Kelter aus Leverkusen über Tiernachwuchs im Wald.

Ernst Stephan Kelter im Interview : „In Leverkusen sind die Jäger ständig im Einsatz“

Im Frühling begegnen sich Mensch und Tier im Freien. Hegeringleiter Kelter erklärt, worauf man jetzt achten sollte.

Der Frühling ist da, viele Menschen zieht es jetzt nach draußen ins Grüne. Doch viele heimische Wildtiere bekommen gerade ihren Nachwuchs. Was gilt es zu beachten? Und was begegnet einem da gerade?

Kelter Mit den wärmeren Temperaturen verwandelt sich die Natur in eine große Kinderstube. Wichtig ist es, Rücksicht zu nehmen. Der Nachwuchs der Wildtiere braucht jetzt viel Ruhe. Einfache Verhaltensregeln können dazu beitragen: Wege nicht verlassen, Hunde anleinen und die Jungtiere nicht anfassen.

Was machen viele Menschen falsch?

Kelter Rehe und Hasen legen ihre Jungen zum Schutz vor Fressfeinden in Wäldern, Feldhecken oder im hohen Gras ab. Die Elterntiere suchen ihren Nachwuchs oft nur zum Säugen auf. Das kann den falschen Eindruck erwecken, die Jungen seien verlassen. Wer jetzt zu nah herantritt oder die Tiere gar anfasst oder aufnimmt, leistet jedoch keine Hilfe. Sobald Jungtiere nämlich den Geruch von Menschen angenommen haben, werden sie schnell zu Waisen.

Was raten Sie Spaziergängern, die einen kleinen Hasen, ein kleines Reh oder einen Vogel finden?

Kelter Abstand halten und aus sicherer Entfernung beobachten. Bei Zweifeln sollte ein ortsansässiger Jäger, der den Zustand einschätzen kann, oder die Polizei informiert werden.

Bekommen Sie viele Anrufe bzw. müssen Sie oft eingreifen?

Kelter In einem Ballungsraum wie Leverkusen sind die Jäger ständig zum Wohl des Wildes im Einsatz. Werden wir über Wildtiere in Not informiert, helfen wir sofort. Leider betreffen viele Meldungen aber auch traurige Gegebenheiten wie Wildunfälle im Straßenverkehr oder von freilaufenden Hunden gerissene Tiere.

Wie ist es in Leverkusen mit den Wildtieren bestellt? Gibt es beispielsweise schon Füchse in der Stadt, wie man es von anderswo hört?

Kelter Das ist hier sicher nicht so dramatisch wie in Berlin, aber auch bei uns muss der Fuchs als Beute­greifer intensiv bejagt werden. Vorsicht ist in jedem Fall angebracht, da zwar die Tollwut hierzulande keine große Rolle mehr spielt, wohl aber der gefährliche Fuchsbandwurm.

Wie und wo können sich die Leverkusener, vor allem auch Familien, über heimische Wildtiere informieren?

Kelter In allen Fragen rund ums Wild sind die Jäger Ihre ersten Ansprechpartner. Mit unserer rollenden Waldschule besuchen wir Kindergärten und Schulen aber auch Veranstaltungen und Feste wie zuletzt im Wildpark Reuschenberg. Das Interesse, vor allem bei den Kindern, ist riesig und wir freuen uns, unser Wissen und unsere Erlebnisse teilen zu können.

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