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Leverkusen: Hebammen-Tag im Sankt Remigius Krankenhaus

Leverkusen : Hebammen-Tag im Sankt Remigius Krankenhaus

Die junge Frau aus Quettingen ist in der achten Woche schwanger und nutzte am Samstag beim Hebammen-Tag im Sankt Remigius Krankenhaus die Möglichkeit, sich frühzeitig und umfassend über Geburtshilfe zu informieren.

Im Beisein ihrer — ebenfalls schwangeren — Freundin ließ sie sich von Larissa Lohmann durch die Kreißsäle führen. Danach war klar: "Ich werde mein Kind hier zur Welt bringen, am liebsten im 'Gelben Kreißsaal'", sagte die junge Frau fest. "Meistens klappt das mit dem Wunschraum", versicherte die Hebamme.

Sie hatte ebenfalls Dienst, als Svenja und Ralf Mühlsiegel vor zehn Tagen glückliche Eltern der kleinen Leandra wurden. Nun ist das junge Paar gekommen, um sich nochmals bei allen zu bedanken. Auch sie haben sich frühzeitig für das Krankenhaus in Opladen entschieden. "Ich bin selbst hier geboren", nannte die 30-jährige Mutter einen Grund.

Ausschlaggebend, sagte sie, sei der familiäre Aspekt gewesen, den es in großen Kliniken nicht gebe. Tatsächlich würden sich immer mehr werdende Eltern gut auf ihren Nachwuchs vorbereiten und gezielt nach einer Geburtsklinik suchen, bestätigte Grazyna Korzonek, kommissarische leitende und eine von 16 angestellten Hebammen des Krankenhauses.

Wie vielen Kindern die 55-Jährige, die ihren Beruf seit 31 Jahren ausübt, auf die Welt geholfen hat, vermochte sie nicht zu sagen: "Es könnten 10 000 sein." Inzwischen würden immer weniger Kinder geboren. Etwa 500 Säuglinge kämen jährlich in Opladen zur Welt.

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Aktuell gebe es vier Babys auf der Entbindungsstation. Ohnehin habe es während der vergangenen zehn Jahre Veränderungen gegeben: Die Verweildauer im Krankenhaus sei stark gesunken, junge Mütter gingen oft schon zwei Tage nach der Geburt nach Hause. Zum Glück sei die Nachfrage nach "Wunschkaiserschnitt" rückläufig, natürliche Geburten lägen im Trend.

Leandra kam mit Kaiserschnitt zur Welt. Sie hatte schon die Nabelschnur um den Hals. Da sei er sehr nervös gewesen, gestand Ralf Mühlsiegel ein. Blut könne er ohnehin nicht sehen. Doch Schwestern und Ärzte hätten ihn und seine Frau beruhigt, dann sei das Kind schon da gewesen. Dass Männer bei Geburten aufgeregter sind, hat auch Grazyna Korzonek festgestellt. Sie habe oft erlebt, dass Männer umkippten. Dennoch: Larissa Lohmann empfindet ihre Arbeit als "schönsten Beruf der Welt", der seinen Zauber nicht verliere. Es sei "eine Ehre, bei der Geburt dabei sein zu dürfen".

(gkf)