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Opladen Haft für heroinsüchtigen Dieb

Opladen · Es geschah in der Nacht auf den 15. Juli dieses Jahres. Während die 51-jährige Frau gegen 2.30 Uhr auf ihrem Balkon eine Zigarette rauchte und auf den gegenüberliegenden Opladener Bahnhof schaute, wurde sie zufällig Zeugin eines Einbruchs.

Ein drogensüchtiges Quettinger Pärchen versuchte, den dortigen Kiosk zu plündern. "Wie ein Krimi" sei das gewesen, beschrieb die Zeugin, die sofort die Polizei verständigte. Während der 27-jährige Leverkusener es nach drei Anläufen schaffte, die Scheibe einzuschlagen und in das Gebäude einzudringen, stand seine 26-jährige Freundin in einigem Abstand Schmiere. Zwölf Stangen und 19 Päckchen Zigaretten hatte der Täter erbeutet, als die Polizei eintraf und ihn vor dem Gebäude mit Hilfe von Tränengasspray festnahm. Die in der Zwischenzeit geflohene Freundin konnte später verhaftet werden.

Noch mehr auf dem Kerbholz

Am Montag begann am Leverkusener Amtsgericht die Verhandlung gegen das Gaunerpärchen, gegen die seit August ein Haftbefehl vorliegt. Gleichzeitig musste sich der polnischstämmige Deutsche noch für ein weiteres Vergehen verantworten: Nur sechs Tage nach dem missglückten Diebstahl versuchte er im Kaufhof, Duschgel und eine Flasche Parfum mitgehen zu lassen. Doch der Kaufhaus-Detektiv nahm die Verfolgung auf und stellte ihn in einer Tiefgarage. Daraufhin schlug der Täter mit einem Plastikbegrenzungspfosten auf ihn ein.

Nun wurde der Mann vor dem Schöffengericht wegen räuberischen und gemeinschaftlichen Diebstahls und Körperverletzung angeklagt, seine Freundin wegen gemeinschaftlichen Diebstahls. Mit verschränkten Armen und einem spöttischen Lächeln auf den Lippen verfolgte der Heroinsüchtige die Anklageschrift. Seine ebenfalls abhängige Freundin zeigte sich kaum mehr beeindruckt.

Tatsächlich ist das Vorstrafenregister des Pärchens lang. Für beide ist es nicht die erste Verhandlung. Beide waren zum Tatzeitpunkt auf Bewährung. Auch ihre Lebensläufe weisen Ähnlichkeiten auf. Erst die Hauptschule, abgebrochene Lehren, Heroinkonsum, dann die Arbeitslosigkeit. Beide haben Drogentherapien abgebrochen.

Ob die Freundin tatsächlich an dem Einbruch beteiligt war, sollte am Montag herausgefunden werden. Während der Angeklagte von einem Alleingang sprach, schwieg sie zu den Vorwürfen. Am Ende schenkte der Vorsitzende Richter Fröhlich der Zeugin mehr Glauben als dem Täter und verurteilte die 26-Jährige zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung. Seine anfängliche Aussage, im zweiten Fall gegenüber dem Kaufhaus-Detektiv keine Gewalt angewendet zu haben, widerrief der Angeklagte am Montag in der Gerichtsverhandlung. Dies verschaffte ihm am Ende eine mildere Strafe: Drei Jahre Haft ohne Bewährung.

(RP)
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