Leverkusen: Händler haben Remscheider Outlet im Blick

Leverkusen : Händler haben Remscheider Outlet im Blick

In Remscheid soll bis 2019 ein Outlet-Center mit 130 Geschäften entstehen. In Wiesdorf betrachtet man das mit Skepsis. Droht Leverkusener Händlern der Verlust von Kunden?

Diese Woche hat der Stadtrat in Remscheid grünes Licht für den Bau eines Outlet-Centers gegeben. Rund 130 Shops sollen bis Mitte 2019 neben der Altstadt in Lennep entstehen, dazu 2500 Parkplätze. Die "Luxus-Designer- und Lifestylemarken werden nach der Eröffnung des McArthurGlen Designer Outlet Remscheid Kunden aus der Region sowie Shoppingtouristen aus der ganzen Welt" anziehen, zeigt sich das Unternehmen auf seiner Internetseite zuversichtlich. Der Standort besteche "durch die Nähe zu großen Städten wie Köln, Düsseldorf und Dortmund".

In der Rathaus-Galerie beäugt man das Bauvorhaben in rund 30 Kilometern Entfernung denn auch mit Skepsis. "Von neuen Wettbewerbern im Umfeld sind wir nie begeistert", sagt Center-Managerin Sonja Thomä. Leverkusen gehöre zwar nicht zum Einzugsgebiet von Remscheid. "Aber wenn das Outlet attraktiv wird, kann es sein, dass unsere Kunden dorthin fahren." Man müsse die Rahmenbedingungen abwarten. "Das neue Einkaufszentrum in Solingen hat uns nicht tangiert. Aber das ist auch kein Outlet."

Opladener Geschäfte sieht Regine Hall-Papachristopoulos von der Aktionsgemeinschaft Opladen (AGO) nicht in Gefahr. "Ich glaube, das Outlet wird eher eine Konkurrenz für Düsseldorf und Köln", sagt die Vorsitzende. "Wenn man etwas in Opladen nicht bekommt, könnte ich mir vorstellen, dass die Leute künftig auch mal nach Remscheid fahren."

Auch Hans-Peter Teitscheid von der Werbe- und Fördergemeinschaft Schlebusch wird angesichts des kommenden Designer-Outlets nicht nervös. "Klar, wird es Leverkusener geben, die nach Remscheid fahren", sagt er. "Genauso, wie einige nach Bad Münstereifel fahren. Aber für uns macht es sich vermutlich nicht bemerkbar. Da war die Neuansiedlung der Rathaus-Galerie für die Schlebuscher Einzelhändler schon schwieriger."

Durch das neue Einkaufszentrum in Wiesdorf seien der Freitag und der Samstag plötzlich schlechte Tage für den Handel geworden, weil die Kunden lieber in die Stadtmitte gefahren seien. "Dann haben wir uns überlegt, den gut laufenden Bauernmarkt, der bis dahin nur donnerstags war, auch samstags zu machen. Dadurch haben wir wieder aufholen können." So werde man auch das neue Shopping-Center in Remscheid beobachten und, wenn nötig, reagieren.

Nach Meinung von Frank Schönberger, Vorsitzender der Werbegemeinschaft City Leverkusen, steht das Outlet-Center eher in Konkurrenz zum Internet. "In Leverkusen gehen die Leute einkaufen, weil sie in einer Innenstadt einkaufen wollen." Wiesdorf hält Schönberger für eine gut aufgestellte Innenstadt. "Wenn Geschäftsräume leerstehen, sind sie schnell wieder bezogen", berichtet er. "Das liegt an der Rathaus-Galerie, die viele Leute in die Stadt zieht." Die Sanierung der City C werde zusätzlich für eine Aufwertung sorgen.

"Und wenn das Stadtentwicklungskonzept in Opladen durchgegriffen hat, wird der Einzelhandel auch dort wieder gut funktionieren", ist Schönberger überzeugt. Schlebusch müsse sich ohnehin keine Gedanken machen. "Der Stadtteil funktioniert für sich, weil es da kleinteilig ist."

(sug)
Mehr von RP ONLINE