Leverkusen: Gute Geschäfte trotz niedriger Zinsen

Leverkusen: Gute Geschäfte trotz niedriger Zinsen

Stadtsparkasse legt Jahresbilanz 2017 mit Rekordzahlen vor. Bauboom befeuert das Kreditgeschäft. Jeder zweite Kunde hat ein Online-Konto.

Geschäft Bei gleichbleibendem Jahresergebnis (2,8 Mio. Euro) bewegt sich sie Stadtsparkasse Leverkusen mit ihren 120.000 Privatkunden auf Wachstumskurs. "Mit einem Kreditwachstum in Höhe von 400 Mio. Euro sowie einem Wertpapierbestand von rund einer Milliarde Euro haben wir im ablaufenden Geschäftsjahr ein neues Rekordwachstum erzielt", sagte Vorstandsmitglied Markus Grawe gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2017. Grawe und der Vorstandsvorsitzende Rainer Schwarz äußerten sich zufrieden mit dem Geschäftsverlauf. Unter weiterhin schwierigen Bedingungen wie Niedrigzins und zunehmender Bankenregulierung hätten sich vor allem das Kreditgeschäft aber auch der Wertpapierhandel als Wachstumsmotoren erwiesen.

Immobilien Der anhaltende Bauboom befeuert das Kreditgeschäft. Im Großraum Köln-Leverkusen werde weiter viel gebaut. Vor dem Hintergrund ansteigender Zinsen in den USA gingen private Baufinanzierer dazu über, ihre Zinsen vor Ablauf des Kreditvertrages absichern zu lassen, Der Immobilienmarkt der Sparkasse, der derzeit noch in den Luminaden untergebracht ist, zieht ab 16. März zurück in die Hauptstelle im City-Center.

Sparkassenvorstände Rainer Schwarz (li) und Markus Grawe Foto: Sparkasse

Digitalisierung Die Digitalisierung des Bankgeschäfts nimmt weiter Fahrt auf. Mehr als jeder zweite Kunde erledigt seine Bankgeschäfte online. Die Sparkasse verzeichnete 2017 fünf Millionen Homepageaufrufe, 11.300 Kunden nutzen die Sparkassen-App. Der Beratungsbedarf bleibt aber, gerade bei größeren Abschlüssen "braucht der Kunde ein Gesicht", sagt Schwarz. So sollen Kunden weiter selbst entscheiden, welche Kanäle sie nutzen. Auch die Ausbildung werde digitaler, so werden sämtliche Lernmaterialien nicht mehr auf Papier ausgegeben, sondern direkt aufs Ipad geschickt.

Filialnetz Nachdem die Sparkasse 2017 stadtweit sechs Filialen geschlossen hatte, sollen die nun bestehenden zehn Filialen mit 203 Mitarbeitern erhalten bleiben, versicherten die beiden Vorstände. Beraterstellen seien in den verbliebenen Filialen aufgestockt, Beratungszeiten um einen "langen Donnerstag" erweitert worden. 80.000 Filialbesuche wurden 2017 verzeichnet sowie 35.000 Beratungsgespräche und 130.000 Anrufe. 5,1 Millionen mal wurden SB-Geräte genutzt. Durch die Filialschließungen sei der Sparkasse kein Kunde verloren gegangen, betonten die Vorstände auf Nachfrage. Möglichen Fusionen nach dem Vorbild der Volksbank erteilten die Sparkassen-Chefs eine klare Absage.

Soziales Engagement Das zweite Jahr in Folge will die Stadttochter Sparkasse keinen Beitrag für die Stadtkasse entrichten. Das große soziale Engagement wird aber weiter aufrecht erhalten. 860.000 Euro wurden für soziale Zwecke ausgeben, darunter für Projekte in Vereinen, Schulen und Kindergärten.

(bu)