Leverkusen: Grundschüler beurlauben Kopierer

Leverkusen: Grundschüler beurlauben Kopierer

Kinder der Regenbogenschule sparen Papier und schonen die Umwelt.

Gewissenhaft und sauber legt Jaron Manderfeld das rot-weiße Absperrband rund um das Kopiergerät vor dem Lehrerzimmer. Dieser Kopierer war nun rund eine Woche lang vom Dienst befreit. Das hatten sich die Grundschüler der Regenbogenschule in Stadtteil Manfor selbst überlegt. Sie sind sich alle einig: Es muss Papier gespart werden. Dass sie darauf kommen, ist kein Zufall. Schließlich sind sie "EnergieLuxe".

Das Projekt gibt es an vielen Schulen und Kindergärten in der Stadt. In Kooperation mit dem Natur-Gut Ophoven lernen Kinder den gewissenhaften Umgang mit natürlichen Ressourcen. Jaron und seine Freunde sind darin schon sehr gut - und so überlegten sie sich eine gemeinsame Aktion. Nach einigen Beratungen entstand die Idee, den Kopierer für eine Woche in den Urlaub zu schicken.

"Jeder Deutsche verbraucht im Jahr rund 250 Kilogramm Papier", betonte Britta Demmer vom NaturGut. "Würde man die Blätter aufeinander stapeln, würde der Turm bis zum Mond reichen." Ein beeindruckendes Bild, stellt man sich diese Dimensionen einmal vor. Auch der Regenwald werde für die Papierherstellung abgeholzt.

Recyclingpapier kann da zumindest ein wenig Abhilfe schaffen. Der zehnjährige Jaron weiß auch schon genau, welche Merkmale dieses Papier besitzt: "Man erkennt es daran, dass dort das Logo des Blauen Engels drauf ist - außerdem sind die Blätter dunkler", beschreibt er.

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Bei gut 230 Grundschülern konnten in einer Woche 2000 Blatt Papier gespart werden. Das freut nicht nur den Planeten und die Umwelt, sondern auch das Geldkonto der Schule, wie Schulleiterin Kirsten Tang lächelnd einwirft. Das gesparte Geld kann nun für andere Dinge ausgegeben werden.

Völlig auf Papier verzichten konnte die Schule dann aber nicht. Denn dringende Dokumente hatten doch kopiert werden müssen. Und auch in Zukunft ist eine papierfreie und völlig auf technische Mittel umgestellte Schule nach Tang nicht umzusetzen. "Alternative Medien können Schreiben und Malen nicht ersetzen", sagte die 44-Jährige. Gerade das Schreiben benötige Übung. Wichtig sei es aber, die Medienkompetenz der Schüler früh zu schulen.

Mit dem verwendeten Papier geht die Schule daher gewissenhaft um. "Wenn zu viele Blätter kopiert sind, kommen sie in eine Kiste", erzählt Jaron. Die Rückseiten dienen dann als Schmierblatt für knifflige Aufgaben. Erst dann wird die Lösung sauber ins Heft geschrieben.

Viele Eltern beteiligen sich darüber hinaus am Förderverein, der für 13 Euro im Jahr Schulhefte für eben jene Kinder besorgt - natürlich aus recyceltem Papier. Die Hefte sowie Papphefter lagern in der Schule und werden bei Bedarf ausgegeben.

(RP)