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Grünflächen sollen Leverkusener Bahnstadt durchlüften

Klimaschutz : „Grünes Kreuz“ soll Bahnstadt kühlen und durchlüften

Die Bahnstadtgesellschaft will durch eine gezielte Grünflächenplanung für Kühle und Durchlüftung sorgen und so das Mikroklima positiv beeinflussen. Anwohner verzichteten zunehmend auf Steingärten, sagt Bahnstadt-Chefin Vera Rottes.

Im Klimaanpassungskonzept der Stadt, das auf der Klimaanalyse des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz basiert, ist auf einem Luftbild von 2016 die Neue Bahnstadt als Wärmeinsel ausgewiesen. Seitdem haben sich in dem Quartier baulich viele Dinge verändert, die auf eine verbesserte Situation schließen lassen. Jetzt erläuterten Vera Rottes, Chefin der Bahnstadtgesellschaft Nsbo und Umweltdezernent Alexander Lünenbach die Veränderungen. Demnach hätten insbesondere die alten Hallen, die vom ehemalige Ausbesserungswerk übrig geblieben waren, durch ihre großen versiegelten Flächen zur Hitzeentwicklung beigetragen. Diese sind mittlerweile in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr vorhanden. 14 Gebäudekomplexe mussten weichen.

Zudem wurde das „Grüne Kreuz" mit seiner Nord-Süd- und West-Ost-Ausrichtung angelegt. Die Rasenflächen sorgen für Kaltluftschneisen. Zukünftig, betonte Rottes, sei es das Ziel, diese Grünflächen miteinander zu verbinden: zum Bespiel in Richtung der Fixheider Straße im Süden oder der Pommernstraße im Norden. „Da muss man mit den Eigentümern mal reden", sagte sie.

Die Grün- und damit Kaltluftanbindung in die Innenstadt von Opladen ist bereits konkret geplant. Durch den Brückenpark bei der Campusbrücke, und die „Grüne Klammer" (so werden die begrünten Straßen, Neubauten und der Busbahnhof an der Europaallee, an der erst kürzlich 138 Bäume gepflanzt wurden, bezeichnet), soll sich die Fußgängerzone abkühlen.

Für Diskussionen – vor allem unter Tierfreunden – sorgten in der Vergangenheit auch die häufig in der Bahnstadt vorkommenden Steingärten. Die hätten laut Rottes nach Gesprächen mit den Anwohnern aber abgenommen. „Viele haben die weggemacht", berichtete sie. Doch warteten manche auf ein Signal der Stadt, die zwölf Bäume auf der Adam-Riese-Straße aus dekorativen Gründen mit Schotter zu umrandeten. Die Steine sollten an das Ausbesserungswerk erinnern, kämen laut Rottes aber im September weg. Dann zögen Anwohner nach. „Viele haben verstanden, dass sie mit kleinen Dingen viel für ihr Mikroklima tun können."

Um dieses Mikroklima und seine Veränderungen für alle Quartiere in der Stadt so genau wie möglich erfassen zu können, ist die Verwaltung eine Kooperation mit der Stadt Köln eingegangen. Die hatte den Deutschen Wetterdienst mit einer genauen Analyse beauftragt, die nun auf Leverkusen ausgeweitet wird. „Alleine wären wir so schnell nicht an den DWD herangekommen", betonte Umweltdezernent Alexander Lünenbach. In rund einem Jahr könnten dort Ergebnisse erwartet werden. „Ich glaube, wir können die Aussage, dass wir hier eine Hitzeinsel haben, so nicht mehr stehen lassen", sagte Rottes zuversichtlich.