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Leverkusen: Grüne fordern Einigkeit bei den A1-Initiativen

Leverkusen : Grüne fordern Einigkeit bei den A1-Initiativen

Auf der Mitgliederversammlung des Bündnis 90/Die Grünen, an der ob des Themas "Giftmülldeponie Dhünnaue" am Mittwochabend ungewöhnlich viele Parteianhänger teilnahmen, wurde eines sehr deutlich: Das Lager am Rhein dürfe nicht geöffnet werden. Gleichwohl sei der Tunnel in allen Varianten gestorben, die Initiativen der Stadt sollen jedoch unterstützt werden.

Das verriet Ex-Bürgermeister Klaus Wolf. "An den Debatten um die verschiedenen Varianten wollen wir uns nicht beteiligen", sagte der 67-Jährige. Der Bruch, der durch diese Diskussionen durch die Initiativen der Stadt ginge, sei "kontraproduktiv" für das gemeinsam ausgegebene Ziel, die Mega-Stelze mitten durch das Stadtgebiet zu verhindern. Der Tunnel sei schließlich aussichtslos, verhindert werden könne hingegen die Verbreiterung der A1 - das sei, was die Partei ausgerufen habe.

Zwar könnten zur Unterstützung der Interessengemeinschaften keinerlei Parteigelder aufgebracht werden, "aber wir können unsere Leute zum Spenden animieren", betonte Wolf. Eine Klage durch Privatpersonen der Grünen sei in einer solch kurzen Zeit nicht durchführbar. "Das würden wir jetzt so schnell nicht hinbekommen", sagte er. Spätestens, wenn die Klage im ersten Anlauf scheitert und das zweite Planfeststellungsverfahren beklagt werde, müsse bei den Initiativen in der Stadt eine gemeinsame Richtung gefunden werden.

Dann allerdings wäre ein schneller Eingriff in die Deponie, der bereits kommendes Jahr erfolgen könnte, nahezu nicht mehr zu verhindern - er könnte wohl nur weiter etwas ins Stocken gebracht werden. Es sei darüber hinaus schade, dass die SPD "diesen Kampf nicht mehr ficht", sagte Wolf.

Werner Görtz, lange Leiter des Umweltamtes in Düsseldorf, begleitete die Sanierung der Deponie zwischen 1986 und 1989 als Leiter des chemischen Untersuchungsamtes in Leverkusen. Nun hielt er vor den rund 30 Mitgliedern der Grünen, die während des Treffens in sehr ruhigem Ton miteinander redeten, einen Vortrag.

"Nur zehn Prozent der drei Millionen Kubikmeter dort sollen chemischer Giftmüll sein", erläuterte er. Zwischen gefährlichen, kontaminierten und normalen Entsorgungsmaterialien zu unterscheiden, sei allerdings schwer möglich. Durch den Zeitdruck könne es bei Straßen.NRW bei der Öffnung und Entsorgung leicht zu Fehlern kommen, Stoffe würden dann auf der falschen Deponie entsorgt, sagte er.

(RP)