Grüne feiern Europawahl in Leverkusen

Hohe Wahlbeteiligung : Grüne: „Unser Ergebnis ist fantastisch“

CDU stärkste Kraft, aber mit Einbußen. SPD sackt extrem ab. Grüne denken schon leise über OB-Kandidaten nach.

Europa ist den Leverkusenern  etwas wert. Jedenfalls 11,2 Prozent mehr als 2014, damals lag die Wahlbeteiligung  bei schlappen 48,8 Prozent, diesmal motivierten sich 60,01 Prozent zum Urnengang. Die Werbung, die unter anderem die Europa Union noch am Samstag in der City angestrengt hatte – sie hat offenbar gewirkt. Vermutlich auch die „Fridays for future“-Demonstrationen oder eben doch der gute alte Wadenwahlkampf. Den entschied zwar in der Stadt die CDU für sich – allerdings mit herben Verlusten. Vor fünf Jahren hatte sie noch 33,1 Prozent der Stimmen auf sich vereint, diesmal rutschte die Union deutlich unter die 30er Marke, kam auf 26,1 Prozent.

Im Ratssaal, wo die Präsentation der Auszählung lief, waren die Christdemokraten mager vertreten, nur die Junge Union rückte an. „Wir sind froh, vorn zu sein“, sagten Niclas Sittart und Jannik Klein und schoben hinterher:  „Es muss der Prozess starten: Wie holen wir die Wähler wieder zurück?“ Auch im Hinblick auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr.

Die hatte auch Klaus Wolf von den Grünen im Blick: „Bei der Größenordnung  kommt man wohl nicht umhin, einen Oberbürgermeister-Kandidaten aufzustellen“, sagte er und bezog sich auf das Ergebnis der Grünen, „dass noch besser ist als der Bundesdurchschnitt“: 22,7 Prozent und damit zweitstärkste Kraft. Was man aber mit einem Ergebnis über 20 Prozent an Themen durchbringe, stehe auf einem anderen Blatt, räumte er ein, bevor er mit einer jungen Truppe an Grünen – mehr als ein Dutzend vor allem junger Leute waren im Ratssaal – in Richtung Café Extrablatt verschwand, um dort das Ergebnis zu feiern, das Grünen-Kollege Stefan Baake als „fantastisch“ bezeichnete. Immerhin: Vor fünf Jahren lagen die Grünen noch unter zehn Prozent.

Über 20 Prozent hätte SPD-Chefin Aylin Dogan auch gerne gesehen, es blieb ihr um 0,1 Prozent versagt – 2014 hatte die SPD noch 33,7 Prozent geholt und war stärkste Kraft. „Es war schon mal besser“, merkte Dogan denn auch an. Man werde jetzt inhaltlich an sich arbeiten, „es wird keine Personaldebatte geben“.

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