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Großer Preis des Mittelstands für Leverkusener Firma AGU

Großer Preis des Mittelstands für Leverkusener Firma AGU : Industrielle Digitalisierung – made in Bürrig

Die Firma AGU – fast 30 Jahre alt, 87 Mitarbeiter, weltweit tätig – ist gerade in der Landeshauptstadt mit dem „Großen Preis des Mittelstands“ ausgezeichnet worden. Als eines von drei Unternehmen in NRW und als erstes Leverkusener Unternehmen.

Fürs Foto mit der golden schimmernden Statuette eilt Harry Voges die Treppe in die oberen Etagen des Firmengebäudes, trommelt die Mannschaft zusammen. Alle, die nicht im Homeoffice, sondern vor Ort an der Von-Ketteler-Straße 1 arbeiten, sollen mit aufs Bild mit ihm, seinen drei Kollegen aus der Geschäftsführung und der Statuette. „Der Preis, den wir jetzt bekommen haben, das war Teamarbeit“, betont Voges, „das hat das ganze Unternehmen erreicht.“ 

Die AGU Planungsgesellschaft  ist eine der drei Firmen, die nun mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“, einem wichtigen, wenn nicht dem wichtigsten Wirtschaftspreis im Land, ausgezeichnet wurden. 5000 Mittelständler waren dafür nominiert, berichtet Voges. „Das ist eine sehr hohe Anerkennung.“  Vor allem für einen Mittelständler wie AGU, „den man nicht sieht, weil wir für die Industrie arbeiten, nicht direkt für den Endverbraucher.“ Gearbeitet wird in den Bereichen „Engineering“ und „Industrial IT“. Als Voges, Dieter Hermsen und Ihsan Sari 1992 das Unternehmen gründeten, ging es um die Planung von Anlagen der chemischen und pharmazeutischen Industrie im Bereich der Automatisierungs- und Prozessleittechnik und der technischen Gebäudeausrüstung.

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Drei Jahre später, als Physiker Klaus Bruch zur Geschäftsleitung stieß, baute die Firma den Bereich der IT-Softwareentwicklung auf. „Wir haben 1995 die Grundsatzentscheidung getroffen, auch in Richtung IT zu gehen. Dass sie mal wichtig werden wird, das haben wir damals gehofft.“ Die Entscheidung erweist sich gut 25 Jahre später als goldrichtig. Die industrielle Digitalisierung schreitet voran. Und mittendrin AGU. Die 25 größten Pharmaunternehmen der Welt gehören zu ihren Kunden, nutzen etwa Analytik-Software, prüfen ihre Anlagen nicht mehr mit Stift und Papier, sondern per Software auf dem Tablet. Bruch betont: Das erspare die Zettelwirtschaft und reduziere Fehlerquellen beim Übertragen von Daten. Von der Forschung bis zur Produktion im industriellen Maßstab ließen sich die Daten nachverfolgen. Mit vielen Kunden ist vereinbart, dass sie nicht genannt werden dürfen, sagt das Geschäftsführerquartett, nennt aber die Pharmakonzerne Sanofi und Roche, sagt, es gebe etliche Kunden aus dem Chempark. 

So weitsichtig, wie die vier Herren Mitte der 90er Jahre auf die Automatisierungstechnik den IT-Bereich aufsattelten, denken sie auch bei der Zukunft des Unternehmens, vor allem bei der Riege, die später mal „die Leitplanken“ für das Team setzen wird. Die zweite Führungsreihe nahm das Geschäftsführerquartett jetzt mit ins Blitzlichtgewitter der Düsseldorfer Preisverleihung, bereitet sie Schritt für Schritt auf die spätere Rolle vor. Und sich selbst auf den runden Geburtstag. „Am 30. April 2022 werden wir 30“, bemerkt Voges. 

Wie sie es in der Geschäftsführung so lange miteinander ausgehalten haben? „Wir diskutieren Probleme. Sind natürlich nicht immer einer Meinung. Aber wir haben Respekt voreinander. Hier ist keiner wichtiger als der andere“, betont Voges. Wer das eigene Ego pflegen wolle, sei falsch bei AGU. Pflegen will die Firma vielmehr ihr Angebot. „Wir bauen aus, entwickeln neue Produkte. Wollen Arbeitsplätze schaffen. Hier am Ort.“ Die 100er-Marke bei den Mitarbeitern – derzeit sind es 87 – peilt das Unternehmen an. Leverkusen, verspricht das Führungsquartett, soll Heimat von AGU bleiben. Vielleicht werde es eines Tages zu eng an der Von-Ketteler-Straße, dann müsse man umziehen – innerhalb der Stadt. Bis dahin wiederholt Voges vielleicht noch öfter den schönen Satz, den er 2017 sagte, als das Quartett zu den Leverkusener Unternehmern des Jahres gekürt wurde: „Unsere Software kommt aus Bürrig – nicht aus dem Silicon Valley, obwohl unsere Software durchaus daher kommen könnte.“