Große Sitzung der Roten Funken kam sensationell gut an

Rote Funken im Forum : Der „Sitzungspräsident“ hat einen Lauf 

Mit rund 1000 Gästen feiern die Roten Funken ihre große Sitzung. Ein großer Höhepunkt: Volker Weininger.

Heiter und gesellig ging es her, am Karnevalsfreitag, obwohl den jecken Gästen durchaus eine leichte Müdigkeit, nach einer wohl ausgiebigen Weiberfastnacht, anzumerken war. Doch die große Sitzung der Roten Funken ist seit Jahrzehnten ein fester Termin am letzten Karnevalswochenende der Session, den sich Vereinsmitglieder und Freunde der närrischen Zeit nicht entgehen lassen. „Die Stimmung ist super, obwohl wir leider nicht ausverkauft sind“, bemerkte Literatin Anke Timm, betonte jedoch: „Wir sind sehr zufrieden.“

Das Programm verlief reibungslos, wenige Minuten der Verzögerung holten nachfolgende Künstler professionell auf, obwohl das Publikum – wie etwa beim Tanzkorps der Stattgarde Colonia Ahoj – gerne mehr gesehen hätte. Nach 130 erfolgreichen Aufführungen, absolvierten die „schärfsten Schenkel Kölns“ ihren letzten Auftritt der Session und ernteten nach einer furiosen Darbietung die erste Rakete des Abends. Für eine laut geforderte Zugabe war keine Zeit. „Wir sind leider ein wenig in Verzug geraten, deswegen müssen wir euch schon jetzt verabschieden“, verkündete Präsident Lothar Höveler. Die Stattgarde bedankte sich und marschierte ebenso fürstlich hinaus wie sie hineingekommen waren. Die Narren, allen voran die Närrinnen im Saal, stöhnten enttäuscht angesichts der verwehrten Zugabe.

Doch die Trauer hielt nicht lange, denn Bauchredner Klaus Rupprecht stand mit seinem Affen Willi längst in den Startlöchern. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten, in denen die Pointen nicht zündeten, packte der Moerser Künstler schließlich sein Publikum, das ihn am Ende mit tosendem Applaus würdigte.

Einen „absoluten Lauf“ attestierte Literatin Timm dem Künstler Volker Weininger, der als angetrunkener Sitzungspräsident die Bütt stürmte und für pausenlose Lacher im Saal sorgte. Weininger schreckte vor nichts zurück und machte sich über alles und jeden lustig, selbst über den Elferrat, der im Mallorca-Urlaub das All-Inclusive-Paket ausreize. Dass jemand beim Biathlon nur zweiter werde, könne er nicht nachvollziehen, sagte er: „Man hat doch ein Gewehr dabei.“

Und als die berauschte Menge mit ohrenbetäubenden Beifall eine Zugabe verlangte und der echte Sitzungspräsident Lothar Höveler ihm, nach einem gemeinsamen Kölsch, den Moment gewährte, sagte Weininger nur ganz trocken: „Ich muss mich beeilen, ich hab gleich noch Kegeln.“ Das Publikum lachte wieder absolut amüsiert über den Mann in der Bütt.

Nach so viel Training für die Lachmuskeln sorgte die junge Musiker-Combo „Druckluft“ aus Bonn für die nötige Bewegung der restlichen Gliedmaße. Die Brass- und Performanceband überzeugte nicht nur mit einer rhythmischen Endlosschleife an bekannten Melodien und jecken Karnevalssongs, sondern brachte auch den ganzen Saal zum Tanzen.

Das eigene Kindertanzcorps, Frau Kühne, Achnes Kasulke, die Kölsche Greesberger und die Boore rundeten das fast fünfstündige Programm einer gelungenen, wenn auch nicht ausverkauften Sitzung im Forum, perfekt ab.

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