Große Geburtstagsfeier im Forum in Leverkusen

50 Jahre : Große Geburtstagsfeier im Forum

Bei einer Gala erinnerten Zeitzeugen an die Entstehung und Bedeutung des Kulturzentrums mit der eindrucksvollen Architektur.

Es gibt Menschen, die freuen sich auf ihren 50. Geburtstag. Auch, weil sie an diesem Tag bisher Erreichtes feiern. Genau das geschah am Samstag beim Gala-Abend, als zahlreiche Weggefährten beim „Blick zurück nach vorn“ an das 50-jährige Bestehen des Forums erinnerten. Zunächst begrüßte Moderator Oli Materlik den Hausherrn, Oberbürgermeister Uwe Richrath, der die Errichtung des inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes im Jahr 1969 als „weitsichtige Entscheidung“ pries.

Unterbrochen durch Einlagen des Improvisationstheaters „Frizzles“ ließ Materlik die geladenen Gäste vor einer Kulisse im Stil der 1970er Jahre auf der Bühne plaudern. Zum Auftakt erhielt Architekt und Forum-Erbauer Ulrich von Altenstadt (91) das Wort. Er beschrieb, dass ihm die passenden Ideen zur Gestaltung des Leverkusener Kulturzentrums zum Klang der „Symphonie Fantastique“ von Hector Berlioz gekommen seien. Er lobte die Stadt, dass sie am Forum festhalte und es nicht abreiße, obwohl Kultur keine Pflichtaufgabe von Kommunen sei.

Heribert Giller, ehemaliger technischer Leiter des Forums, erinnerte daran, dass er nahezu 600 internationale Reisegruppen durch das „architektonische Kleinod“ geführt habe. Auf Kabarettist Wilfried Schmickler habe das Forum einst wie ein „Tempel der Kulturbourgeoisie“ gewirkt, schilderte er unter dem Lachen des Publikums, quasi wie ein „Vorhof zur Hölle. Die Hölle war das Erholungshaus.“ Heutzutage spiele er zwar gerne im großen Saal, sei aber nach wie vor der Meinung, dass das Forum auch in Zukunft ein Ort sein sollte, dessen Programm sich stärker an den Wünschen der Besucher orientiere.

Siegfried Kaschulla, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft KG Rote Funken, die seit 50 Jahren den Frohsinn und bislang 400.000 Besucher ins Haus brachte, lobte speziell den Terrassensaal. „Dort hat das Publikum von allen Seiten gute Sicht auf die Bühne.“ Weitere Gäste waren später Nikolas Kerkenrath, der als damaliger Leiter der Bayer-Kulturabteilung das Forum mitnutzte. Henning Krautmacher, Frontmann der „Höhner“ und gebürtiger Leverkusener pries die gute Akustik im Terrassensaal.

Forum-Leiterin Biggi Hürtgen trug mit Erzählungen ebenfalls zum Erinnerungsschatz bei: als der ehemalige amerikanische Musiker Al Jarreau bei den Leverkusener Jazztagen im Forum zu Gast weilte, kam sie gerade zum Soundcheck. Weil sie die einzige Zuhörerin im Saal war, hatte sie das Gefühl, der Künstler spielen nur für sie.

Wilfried Schmickler, Herbert Giller, Ulrich von Altenstadt Architekt und Oli Materlik erzählten über die Bedeutung des Forums. Foto: Miserius, Uwe (umi)

Die eigentliche Party mit Musik und Tanz startete nach zwei weiteren Talkrunden und einer kleinen Zaubershow.

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