Großdemo am Sonntag in Leverkusen zu Autobahnausbau und A1-Raststätte

Großdemo am Sonntag in Leverkusen : Sechs Kilometer lange Menschenkette

Sonntag läuft die Großdemo für A 1- und A 3-Tunnellösungen und gegen die Lkw-Raststätte. Burscheid macht beim Protest auch mit.

High Noon. Zwei Männer stehen sich gegenüber, blicken sich in die Augen. Und geben sich die Hand. Eine Dreiviertelstunde später will Peter Westmeier am Schloss Morsbroich verkünden: Die sechs Kilometer lange Protest-Menschenkette quer durch Leverkusen steht. Tausende Menschen stehen nebeneinander, um zu zeigen: Leverkusen will keine Lkw-Rastanlage an der A 1, dafür aber die Tunnellösungen für A 1 und A 3.

Damit dieses Szenario, das mit dem Handschlag von Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath und dem Burscheider Stadtchef Stefan Caplan beginnt, Wirklichkeit wird, arbeiten drei Bürgerinitiativen derzeit auf Hochtouren. Der Countdown zur Großdemo hat begonnen. Termin: Sonntag, 8. September.

 Westmeier war am Dienstagvormittag in Lützenkirchen unterwegs, unterm Arm einen großen Stoß Flyer, die auf die Aktion aufmerksam machen. Dasselbe tun Friedrich Jonas und seine Mitstreiter der IG Schleswig-Holstein-Siedlung – und auch die Initiative  „Keine Park- und WC-Anlage in Burscheid“  macht per eigenem Flyer aufmerksam. „Gemeinsam mit der Leverkusener Bürgerinitiative rufen wir zur Teilnahme an einer Menschenkette von Dürscheid nach Leverkusen auf“, schreibt unter anderem Edwin Elias auf dem Flugblatt. Die Strecke zwischen Dürscheid und Leverkusen ist rund 3,5 Kilometer lang. Insgesamt käme die Menschenkette  auf  beachtliche 9,5 Kilometer Länge. Auch Burscheid plädiert wie Leverkusen für eine Raststätte im Gewerbegebiet Köln-Niehl. Diese Alternative hatte Leverkusens Landtagsabgeordneter Rüdiger Scholz ins Spiel gebracht.

Westmeier hat in den vergangenen Wochen festgestellt, dass  „etliche Leute jetzt richtig wach geworden sind. Die Anmeldezahlen sind höher als vor zwei Jahren zur ersten Menschenkette.“ Es gebe viel Unterstützung von Nachbarschafts- und Straßengemeinschaften, von den Naturschutzverbänden, dem Deutschen Frauenring, Eltern einer Grundschule und Kita, dem Naturgut, Parteien – der Rat hat zur Rastanlage und zum A 3-Durchfahrttunnel Resolutionen verabschiedet –, aber auch von Stadttochterfirmen wie EVL, Sparkasse und Sportpark.

◀ Friedrich Jonas (IG Schleswig-Hol­stein-Siedlung) kämpft für einen A 3-Durchgangstunnel. Foto: Miserius, Uwe (umi)
▶ Peter Westmeier (Bürgerinitiative „Lev kontra Raststätte“) kämpft gegen eine Lkw-Raststätte auf Leverkusener Grund. Foto: Miserius, Uwe (umi)

„Unser Protest wird umso aktueller, als in den letzten Wochen von Bundesverkehrsminister Scheuer eine vermeintliche Hoffnung auf ein Einlenken geschürt wurde“, sagt Westmeier. „Diese Hoffnung teilen wir überhaupt nicht.“ In Scheuers Schreiben werde auf einen Brief des NRW-Verkehrsministers Hendrik Wüst verwiesen, dessen Aussagen „von Herrn Scheuer vollumfänglich geteilt werden. Erinnern wir uns, dass Herr Wüst uns darin Lärmschutz als freiwillige Leistung verkaufen wollte. Das sagt alles“, kommentiert Westmeier. Die Initiative „Lev kontra Raststätte“ habe ein in Auszügen gleichlautendes Schreiben von Scheuer erhalten. „Darin können wir nicht den geringsten Ansatz erkennen, dass die Standortwahl umweltschonender und bürgerfreundlicher entschieden wird.“ Deswegen heiße es, jetzt selbst aktiv zu werden, draußen auf der Straße. „Machen wir deutlich, dass unsere Stadt keine weitere Zerstörung von Landschaftsschutzflächen akzeptiert. Wir müssen selbst ein Zeichen setzen.“ Eines, das bis nach Düsseldorf und Berlin gehört werden soll.

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