1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Neues Infobüro zum Autobahnausbau: Groschek will in Leverkusen Vertrauen zurückgewinnen

Neues Infobüro zum Autobahnausbau : Groschek will in Leverkusen Vertrauen zurückgewinnen

Verkehrsminister Groschek zum Autobahnausbau bei Leverkusen

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek hat in Leverkusen ein Büro eröffnet, in dem sich Bürger über den Autobahnausbau informieren können. Draußen demonstrierten Initiativen gegen die Pläne. "Ich werde zum Prügelknaben gemacht", sagt der Minister in unserem Video.

Von dem neuen Bürgerbüro des Landesbetriebs Straßenbau in den Luminaden war am Montagmorgen zur Eröffnung nicht viel zu sehen. Der Raum war gefüllt mit Menschen, die kaum einen Blick freigaben auf die Arbeitsplätze der Straßen.NRW-Mitarbeiter, die Plakate an den Wänden und die große Box mit einem Bildschirm, an der sich Besucher selbstständig über den Ausbau der Autobahnen A1 und A3 informieren können. Vor dem Eingang demonstrierten Mitglieder von Bürgerinitiativen mit Plakaten gegen mit dem A1-Ausbau verbundenen Eingriff in die Giftmülldeponie Dhünnaue.

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek bezog sie sogleich in seine Ansprache mit ein. "Ich begrüße auch die, die ihrer großen Sorge und ihrem Protest Ausdruck verleihen gegen die einzelnen Baumaßnahmen, die jetzt hier nacheinander anstehen", sagte der SPD-Politiker.

Groschek: "In Wahlkampfzeiten spielen alternative Fakten größere Rolle"

Er kündigte an, dass das neue 440 Quadratmeter große Bürgerbüro, das sich in einem zuvor leerstehenden Ladenlokal im ersten Stock der Luminaden befindet, eine dauerhafte Anlaufstelle bei Fragen rund um die Autobahnplanungen sein werde. Und zwar mindestens bis zum Jahr 2020, wenn der Planungsprozess für die Autobahnumbauten in die Hände der Bundesregierung übergingen. Mit der Bürgereinrichtung wolle man dem gestiegenen Anspruch an Transparenz Rechnung tragen. Insbesondere im Raum Köln/Leverkusen, in dem es so viele Straßenbauvorhaben gebe wie in keinem anderen Teil von NRW.

Sehen Sie in unserem Video, was NRW-Verkehrsminister Michael Groschek zur Diskussion um den A1-Ausbau sagt.

Die nächsten acht Monate seien eine Herausforderung, "weil in Wahlkampfzeiten alternative Fakten eine immer größere Rolle spielen", sagte Groschek und spielte damit auf Donald Trump an, dessen Berater statt von Lügen lieber von "alternativen Fakten" sprechen. Im neuen Wiesdorfer Bürgerbüro, das mit Fachleuten von Straßen.NRW besetzt sei, stünden Fakten im Mittelpunkt. "Hier sehe ich eine große Chance, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen", zeigte sich Groschek zuversichtlich.

Richrath will sachlichen Diskurs

Uwe Richrath begrüßte die Einrichtung des neuen Büros. Die Verkehrssituation in und um Leverkusen bewege die Menschen. Dazu gehöre neben dem Zustand der Rheinbrücke der geplante Eingriff in die Altlast. "Wir in der Politik haben deshalb gesagt: Straßen.NRW muss mehr informieren. Das ist jetzt erfolgt", sagte der Leverkusener Oberbürgermeister. Ziel sei, sachlich über die Themen zu sprechen.

Den Besuch Groscheks nutzte Richrath, dem Minister mitzuteilen, dass Stadt und Bürger für den zweiten Bauabschnitt — das Stück nach dem Autobahnkreuz Leverkusen-West bis zum Autobahnkreuz Leverkusen — einen Tunnel statt einer Stelzenbrücke fordern. Groschek wollte sich allerdings nicht festlegen, welche Variante er bevorzuge. "Ich werde den Prozess Tunnel statt Stelze aktiv begleiten", versicherte er lediglich. Einen Favoriten habe er nicht. Das sei "eine Frage von Überprüfung nach Recht und Gesetz und einer politischen Entscheidung, die letztendlich im Bund getroffen wird".