Leverkusen: Grippewelle: Intensivstation im Klinikum ausgebucht

Leverkusen : Grippewelle: Intensivstation im Klinikum ausgebucht

Land unter auf den Intensivstationen im Klinikum. "Wir haben keine freien Kapazitäten mehr", berichtet Klinikums-Sprecher Bernd Burbach. Professor Peter Schwimmbeck, am Klinikum unter anderem zuständig für die internistische Intensivmedizin, habe in den vergangenen Tagen immer wieder Anfragen von Kölner Kliniken gehabt, ob das Klinikum Patienten aufnehmen könne, "wir mussten aber ablehnen", sagte Burbach am Mittwoch.

Das Klinikum habe auch geplante Krankenhausaufenthalte von Patienten bereits verlegen müssen. Grund für die akute Patientenschwemme: die Grippewelle. Deren Auswirkungen mache den Aufenthalt auf der Intensivstation notwendig — etwa für Patienten, die durch eine grippale Virusinfektion eine schwere Lungenentzündung davongetragen haben und nun beatmet werden müssen. Es gebe aber auch ältere Patienten, deren Herz-Kreislauf-System Probleme mache. Auch sie müssen auf der Intensivstation beatmet werden. Eine dritte Gruppe von Grippeerkrankten leide unter Nierenversagen, müsse so ebenfalls intensivmedizinisch betreut werden, berichtete Bernd Burbach. Die Patienten stammten allesamt aus der Region Leverkusen. Mit den derzeit akuten Streiks an Unikliniken habe die Patientenschwemme nichts zu tun. Sie kommt aber zu einer Zeit, in der das Klinikum auch mit krankheitsbedingten Engpässen beim Personal zu kämpfen hat. Laut Burbach fielen zurzeit 40 bis 50 Mitarbeiter mehr als zu Zeiten normalen Krankenstands aus. "Normalerweise liegt die Krankheitsquote bei uns bei 4,5 Prozent, derzeit liegt sie bei ungefähr sieben Prozent, sagte Burbach. Die Engpässe seien aber noch durch ein gewisses Organisationsgeschick überbrückbar.

Auch die Krankenhäuser Remigius und St. Josef sind voll belegt. "Besonders die Stationen Innere und Geriatrie sind ausgelastet", berichtete Cerstin Tschirner, Sprecherin des Kplus-Verbundes. Die Infektionswelle habe auch die Mitarbeiter erreicht — noch könnten aber alle Angebote aufrecht erhalten bleiben. "Die gesunden Mitarbeiter sind im Moment verstärkt im Einsatz."

(RP/ac)