Leverkusen: Goldener Meisterbrief für Ernst Piepereit - neun Jahre zu spät

Leverkusen: Goldener Meisterbrief für Ernst Piepereit - neun Jahre zu spät

2009 hätte der Zimmermeister die Ehrung empfangen sollen. Aber da hat es nicht geklappt. Der Nachholtermin war jetzt, kurz vor dem diamantenen Brief.

Ein bisschen zu spät - genau genommen neun Jahre - aber besser als nie: Zimmermeister Ernst Piepereit hat dieser Tage den Goldenen Meisterbrief von Obermeister Rolf Paulzen entgegengenommen. Eigentlich wäre der Stichtag für die Auszeichnung schon am 22. April 2009 gewesen. "Doch dann hätte ich sie mir in der Handwerkskammer in Kassel abholen müssen, und damals bin ich dort nicht hingefahren", erinnert sich Piepereit. Das aber ließ Rolf Paulzen keine Ruhe. "Er hat zu mir gesagt: Den Goldenen Meisterbrief kriegst Du, dafür sorg' ich", erzählt der Zimmermeister, Paulzen sei nicht davon abzubringen gewesen.

Seine Zimmerlehre hatte Ernst Piepereit vor mittlerweile 68 Jahren begonnen und die Gesellenprüfung 1953 abgelegt. Wanderjahre durch den Schwarzwald und die Schweiz schlossen sich an. Später besuchte er die Bundesfachschule des deutschen Zimmerhandwerks in Kassel und erwarb am 22. April 1959 seinen Meistertitel. "Am 21. Mai 1963 wurde ich in die Handwerksrolle der Handwerkskammer Düsseldorf eingetragen und habe meinen eigenen Betrieb in Opladen gegründet", erzählt der 82-Jährige. Anfangs fertigte er vor allem Dachkonstruktionen für Kirchen, Gewerbe- und Industriebauten, Schulen, Kindergärten oder Wohnhäuser, später zählten große Unternehmen wie Bayer zu seinen Kunden.

Auch ehrenamtlich war Ernst Piepereit seinem Beruf jahrzehntelang eng verbunden, engagierte sich als Obermeister ab April 1969. Dafür bekam er 1984 die silberne Ehrennadel vom Zimmerer- und Holzbauverband Nordrhein, 1997 wurde er außerdem für seine Verdienste zum Ehrenobermeister der Zimmerinnung Rhein-Berg Leverkusen ernannt. Obwohl er den Goldenen Meisterbrief fast zehn Jahre zu spät bekommen hat, hängt die Ehrung nun an einem Ehrenplatz an der Wand mit den zahlreichen anderen Urkunden. "Nächstes Jahr kommt dann der diamantene Meisterbrief dazu. Das macht doch was her", sagt der humorvolle Zimmermeister.

(inbo)