Leverkusen: Glücksritter mit spitzen Pfeilen

Leverkusen : Glücksritter mit spitzen Pfeilen

Darts erfreut sich wachsender Beliebtheit. Christian Klaaßen aus dem 1. Dartclub Leverkusen träumt von einer Profikarriere.

Vor rund einem Jahr arbeitete Rob Cross noch in seinem gelernten Beruf als Elektriker - und Anfang Januar wurde der Engländer Darts-Weltmeister des Profiverbandes PDC. Dieses Beispiel zeigt, wie schnell sich die Dinge im Dartssport ändern können. Eben jene Chance, mit seiner Leidenschaft Geld zu verdienen, reizt Christian Klaaßen.

Der 35-Jährige spielt seit eineinhalb Jahren für den 1. Dartclub (DC) Leverkusen. Er ist der erste und einzige Verein im Stadtgebiet, der ganz traditionell auf eine Steeldartsscheibe wirft, während andere die elektronische Variante bevorzugen. Regelmäßig treffen sie sich im Gasthaus "Rodeo" in Manfort.

Um den Sport mit Pfeilen und Scheibe ist in den vergangenen Jahren auch hierzulande ein regelrechter Boom entstanden. So sahen das WM-Finale auf den Spartensender Sport1 am Neujahrstag durchschnittlich 2,1 Millionen Menschen - eine Traumquote. Auch für den DC Leverkusen ändert sich dadurch einiges. "Vor einem Jahr kamen zum Training noch sechs bis sieben Spieler", erzählt Klaaßen. "Jetzt sind es regelmäßig 15 bis 20."

Das liegt natürlich auch daran, dass die Medienpräsenz des Kopfsports größer wird. Hinzu kommt, dass das Spiel in seinen grundsätzlichen Regeln sehr einfach zu verstehen ist: 501 Punkte sind auf null hinunter zu spielen. Dabei muss diese null genau erreicht werden, ein Überwerfen ist nicht möglich. Dafür ist es hilfreich, dass Spieler das innere, wenige Millimeter schmale Segment treffen, das die Zahl des jeweiligen Feldes verdreifacht. Um das Spiel abzuschließen, ist eines der äußeren Doppelfelder zu treffen. Bei restlichen 32 Punkten ist dies zum Beispiel das Doppelsegment der 16.

Die Profis auf der Tour beherrschen diese Herausforderung quasi perfekt. Klaaßen versucht nun, bei den Profis Fuß zu fassen, deren Weltspitze sechsstellige Geldbeträge im Jahr verdient. "Ich spiele unglaublich gern und ich glaube an meine Chance", betont der 35-Jährige. Dafür reist er durch die Republik und versucht sich in Qualifikationen zu großen Turnieren.

Kevin Münch ist ein Name, der Fans in Deutschland seit der vergangenen WM bekannt ist. In der ersten Runde des Turniers schlug er den Engländer und zweimaligen Weltmeister Adrian Lewis. "Gegen Münch konnte ich in Düsseldorf 3:2 gewinnen", berichtet Klaaßen.

Der DC Leverkusen spielt momentan in der Bezirksliga. Er stieg vor kurzem aus der Regionalliga ab. Acht Spieler umfasst bei den Partien eine Mannschaft. Dabei werden acht Einzel und vier Doppel gespielt und 20 Punkte vergeben. Derzeit ist der DC auf dem 2. Tabellenplatz. Das würde zu den Qualifikationsspielen für die dritte Liga berechtigen. Weil der Club weiter wächst, stehen wohl bald Gespräche einen größeren Raum in der Lokalität betreffend an.

Gegen etwas mehr innerstädtische Konkurrenz hätten die Mitglieder des DC übrigens nichts einzuwenden. Allerdings gebe es nur noch wenige Räume, in denen Steeldarts gespielt werden könne - und das sei ein Problem.

(RP)
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