Leverkusen: Glatter Neustart für das Calevornia-Schwimmbad

Leverkusen: Glatter Neustart für das Calevornia-Schwimmbad

Das Calevornia feiert Wiedereröffnung nach vier Monaten Umbau. Gäste mäkelten an Kleinigkeiten. Erstmals gab's Kino im Schwimmbad.

Die Uhr in der Schwimmhalle zeigt halb sechs — auch sieben Stunden vorher schon, als Rosemarie Romrig einem Herrn im Kassenbereich des Calevornia gerade den Schlüssel zum Spint aushändigt. "Ja", sagt Dieter Scholz, Technischer Leiter beim Sportpark, "an kleineren Dingen arbeiten wir noch. Ansonsten sind die Umbauarbeiten aber in Rekordzeit fertig geworden." Es ist Wiedereröffnungstag.

Der hat früh begonnen — für Rosemarie Romrig um 7.30 Uhr, für die Elektriker, die letzte Handgriffe erledigten, womöglich noch früher. Ab 8 Uhr trudelten die ersten Bahnenzieher an der Kasse ein. "Es ist natürlich viel Stammkundschaft da, aber doch auch Neugierige", sagt Romrig knapp drei Stunden später. Der Herr, der eben den Schlüssel für den Kleiderspint entgegengenommen hat, kommt zurück: "Sagen Sie mal, wo sind denn die Kleiderbügel?", fragt er und fügt, als er hört, es seien noch keine da, leicht entrüstet an: "Das hätten Sie in den vier Monaten ja wohl schaffen können."

In den vier Monaten sind der Umkleide- und der Duschbereich umgebaut worden. Für rund 50 000 Euro erneuert worden ist zudem der 16 Jahre alte Boden im Badebereich — am alten Belag hatten sich über die Jahre zu viele Flickstellen und andere Abnutzungsspuren gesammelt, sagt Scholz.

An der Rutschfestigkeit des neuen rutschfesten Epoxidharzbodens haben etliche Badegäste eines auszusetzen: Der sei viel zu glatt. Wenige Stunden, nachdem das Bad nach dem Umbau die Türen aufgeschlossen hat, fährt der Rettungswagen an die Schwimmhalle ran — ein Besucher ist auf dem Boden um die Wasserbecken ausgerutscht und gefallen. "Es ist nichts Schlimmes passiert", meldet Sportpark-Chef Georg Boßhammer wenig später.

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Überhaupt beäugen die Badegäste am Wiedereröffnungstag die Neuerungen mit einer guten Portion Kritik: "Wo sind denn die Steckdosen für den Curler?", will eine Dame wissen, die die morgendlichen Runden im Becken beendet und nun Interesse am Wiederherstellen ihrer Frisur hat. Sie steht vor dem neuen Föhn-Bereich, den der Sportpark von der Kassenzone hinter die Tür zu den Umkleiden verlegt hat. Etliche Handhaartrockner stehen zur Verfügung. Die Dame aber sucht eine Steckdose für den Lockenstab. Dieter Scholz vertröstet: "Die Steckdosen kommen noch, auch ein Waschbecken, damit sich Leute nach dem Haare-Gelen die Hände waschen können." Ein Herr im Beckenbereich fragt, ob denn auch wieder Brillenhalter vor den Eingang zum Dampfbad montiert werden und ein Schlauch zum Abspülen. "Die Leute haben immer viele Wünsche", merkt Scholz gelassen an. "Wir bemühen uns, diese Ideen auch aufzugreifen."

Das wird wahrscheinlich für eine Idee ganz besonders gelten, auf die der Sportpark alleine gekommen ist: Aqua-Kino zur Wiedereröffnung. Am Nachmittag werden große Sitzgelegenheiten aufgeblasen und zu Wasser gelassen. Auf denen sollen es sich die Gäste im Becken bequem machen — um den Film "Madagascar 3" anzusehen.

Es ist eines von einer ganzen Reihe von Angeboten an diesem Eröffnungswochenende.

(RP)
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