Leverkusen: Glasverbot für Schlebuscher Jecke

Leverkusen : Glasverbot für Schlebuscher Jecke

Der Lindenplatz in Schlebusch ist an Karneval der besondere Treff für Jugendliche. Wenn der Karnevalszug läuft, verwandeln die Besucher den Bereich in ein Scherbenmeer. Die Stadträte sollen jetzt ein Glasverbot beschließen.

Betrunkene Schüler zeigen es jedes Jahr vor der Sparkasse in Opladen: Erst wird im Schnellgang Bier oder Schnaps in den Hals gekippt, dann lässt man in lässiger Manier die Glasflasche einfach aus der Hand zu Boden gleiten. Innerhalb kürzester Zeit ist die Fußgängerzone mit Scherben übersät.

Pfiffige Polizisten haben dieses Verhalten einmal mit einem Trick bekämpft: Die Schupos verteilten Besen und ermunterten die Flaschenzerstörer zum Kehren. Da waren die Teilnehmer der Freiluftveranstaltung schnell verschwunden. Trotzdem muss die Stadt jedes Jahr extra eine Sonderreinigung vornehmen.

So einfach läuft es an Karneval in Schlebusch-Mitte, am berüchtigten und bei Zugteilnehmern gefürchteten Lindenplatz nicht. Hier werden Unmengen Scherben produziert und Flaschen als Wurfgeschosse verwendet.

Wer hinfällt, hat die Garantie zur Schnittwunde. Kritisch war vergangene Session zudem: Innerhalb der Stadt konnte man sich nicht einigen, wer für eine Schnellsäuberung des Platzes verantwortlich war. Nach Stadtangaben musste die Feuerwehr ran.

Deshalb forderte die Polizei Köln/Leverkusen ein generelles Glasverbot. Die Verbotszone wird für weite Teile der Fußgängerzone gelten. Und zwar Weiberfastnacht von 8 bis 21 Uhr und am Karnevalssamstag von 10 bis 19 Uhr. Dies schlägt die Stadt jedenfalls den Stadträten und Bezirksvertretern als Beschluss vor.

Um das Glasverbot durchsetzen zu können, will die Stadt diesen Bereich mit 103 gemieteten Gittern absperren. An den Kontrollstellen werden Mitarbeiter der Stadt und einer privaten Sicherheitsfirma die Besucher auf Glasflaschen überprüfen.

Als städtischer Service sollen 25 000 Pappbecher bereitgehalten und verteilt werden, damit Flüssigkeiten aus Glasflaschen umgefüllt werden können. Das Glasflaschenverbot gilt übrigens auch für die Teilnehmer des Karnevalszuges, für die Kioske und Kneipen. Innerhalb der Gaststätten sind Gläser dann aber erlaubt. Für Verstöße sind Bußgelder vorgesehen.

Die Stadt rechnet mit Kosten von rund 20 000 Euro — nur für die beiden Schlebuscher Karnevalstage.

(RP)