Leverkusen: Girokonten für Kinder ab zehn

Leverkusen : Girokonten für Kinder ab zehn

Kundenbindung fängt bei Banken und Sparkassen immer früher an: Auch die Kreditinstitute in Leverkusen werben gezielt um Kinder – mit eigenen Konten fürs Taschengeld und diversen Aktionen rund um das Thema Geldanlage.

Kundenbindung fängt bei Banken und Sparkassen immer früher an: Auch die Kreditinstitute in Leverkusen werben gezielt um Kinder — mit eigenen Konten fürs Taschengeld und diversen Aktionen rund um das Thema Geldanlage.

Kinder als Bankkunden? Immer mehr Geldinstitute sehen die Chance, Kinder und Jugendliche schon frühzeitig als Kunden zu gewinnen in der Hoffnung, dass sie ihnen auch später erhalten bleiben. Das Thema Überschuldung begegnet ihnen im Fernsehen, also ist es sinnvoll, die Kleinen frühzeitig mit dem Sparen vertraut zu machen.

Für die "Kleinanleger" unter zehn Jahren bietet das klassische Sparbuch die Möglichkeit, Taschengeld für größere Anschaffungen sinnvoll und zumindest mit einem kleinen Zinsatz anzusparen. Alle Kinder von sechs bis zwölf Jahren, die bei der Volksbank Rhein-Wupper mindestes zwei Euro im Monat sparen, werden Mitglied im Primax-Club und werden von der Volksbank zweimal im Jahr zu einer Veranstaltung eingeladen. "Wir waren schon im Phantasia-Land und im Kölner Zoo", berichtet Michael Schmitz von der Marketingabteilung. Bei der Deutschen Bank bekommen die Kinder sogar eine Sparcard, mit der sie vom Automaten Geld abheben können — allerdings nur im Verfügungsrahmen, den die Eltern festlegen. An der Kasse bezahlen können sie damit nicht.

Kein Dispokredit möglich

Für Jugendliche bieten die meisten Geldinstitute Girokonten an, die keinen Dispokredit besitzen, aber kostenfrei und mit keiner Verpflichtung verbunden sind, etwas einzuzahlen. Mit einer entsprechenden Karte können die jungen Kunden in Geschäften von ihrem Girokonto bezahlen, sich Kontoauszüge holen und Daueraufträge einrichten, etwa für ein Zeitschriftenabo. Bei der Sparkasse Leverkusen kann man dieses Konto nutzen bis zum Ende der Ausbildung, des Studiums oder bis zum Alter von 29 Jahren. Bereits ab zehn kann man dieses Girokonto-Angebot bei der Sparkasse nutzen — und bekommt sogar ein Prozent Zinsen. Bei der Volksbank gibt es 0,5 Prozent Zinsen, bei der Deutschen Bank 0,25 Prozent Zinsen aufs Girokonto — genau wie aufs Sparbuch.

"Das Einstiegsalter für solche Girokonten ist in den vergangenen Jahren gesunken, auch weil die Eltern sich das wünschen", sagt Benjamin Rörig von der Sparkasse. Alle Funktionen seien allerdings sperrbar. "Im Gespräch mit den Eltern wird bei der Kontoeröffnung festgelegt, was das Kind mit der Karte alles machen kann", erklärt der Sparkassen-Sprecher.

Auch Jugendliche Kontonutzer werden bei der Volksbank Mitglied in einem Club, zu Veranstaltungen wie etwa einer Jugenddisco eingeladen — und bekommen ein Gutscheinheft. "Wir sehen das als Investition in die Zukunft", sagt Michael Schmitz. Schließlich würden so Hemmschwellen zur Bank abgebaut und persönliche Kontakte geknüpft. Die Volksbank hat sich auch ein so genanntes Führerscheinsparkonto ausgedacht. Jeder Jugendliche (bis 21 Jahre), der zwei Jahre lang regelmäßig darauf spart, bekommt Zinsen in Höhe von zwei Prozent (nur für eine Summe bis zu 2500 Euro) und zwei Fahrstunden geschenkt.

(RP/url)