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GGS Am Friedenspark in Leverkusen: Kinder lernen mit dem Bücherkoffer Sprachen

Leverkusener Grundschule erhält besondere Bücher : Kinder lernen Sprachen mit dem Bücherkoffer

Die Gemeinschaftsgrundschule Am Friedenspark besitzt einen neuen Schatz: Acht Bücherkoffer haben die Schüler erhalten. Die darin enthaltenen Bücher in verschiedenen Sprachen sollen die Freude am Lesen stärken, die Kinder in ihrer individuellen Sprachentwicklung fördern und mehr.

Neugierig drängen sich die Kinder der England-Klasse um den hellblauen Rollkoffer und sehen zu, was Leo, Junas, Lara und Daria auspacken: Keine Kleider, sondern zwölf bunt bebilderte Bücher und eine kleine Stoffeule, die einen festen Platz im Raum bekommen soll. Sie ist das sichtbare Zeichen, dass diese Klasse der Gemeinschaftsgrundschule Am Friedenspark einen besonderen Schatz besitzt. Der Koffer soll nämlich reihum ausgeliehen werden. Jedes Kind darf ihn für eine Woche zu Hause behalten und sich durch den gesamten Inhalt lesen, alleine oder mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden. Jeden Montag wird er wieder zur Schule mitgebracht und weitergereicht, schlägt Gesa Eversmeyer vor.

Sie ist beim Leverkusener Schulamt als Fachberaterin Migration unterwegs und hat den Koffer – insgesamt bekommt die Schule davon acht Stück – nicht einfach nur abgeliefert. Weil es doch ganz besondere Bücher seien, die hier von Familie zu Familie wandern sollen, um die Freude am Lesen zu stärken und die Kinder in ihrer individuellen Sprachentwicklung zu fördern. Neben dem deutschen Text enthalten sie auch Seiten mit Übersetzungen in verschiedene andere Sprachen.

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Viele Kinder der Rheindorfer Schule sprechen nämlich neben Deutsch zu Hause eine andere Sprache, weil die Familien aus über 30 verschiedenen Nationen stammen. „Unsere Kinder haben zu 80 Prozent Migrationshintergrund“, sagt Schulleiterin Ilona Veverka, deren eigene Muttersprache Tschechisch ist. Die meisten Kolleginnen sind ebenfalls zweisprachig, Klassenlehrerin Malgorzata Bartnitzka zum Beispiel ist mit Polnisch aufgewachsen, Lehrerin Gladiola Sadiku ist Albanerin.

Alleine in der England-Klasse – in der Leverkusener „Europaschule“ werden die vom 1. bis 4. Schuljahr gemischten Klassen durch Ländernamen unterschieden – werden neben Deutsch neun weitere Sprachen gesprochen, wie Gesa Eversmeyer abfragt, bevor sie einzelne Bücher aus dem Koffer vorstellt. Albanisch, Türkisch, Arabisch und Russisch können gleich mehrere Kinder. Diese Kompetenzen werden auch in den Unterricht eingebracht, erklärt Ilona Veverka, und man ermutige die Eltern, zu Hause die Muttersprache zu pflegen. Schließlich sei das ein großer Schatz und es erleichtere das Erlernen weiterer Sprachen.

Der neue Bücherkoffer soll dabei Unterstützung leisten. Zum Beispiel mit dem Bilderbuch „Ein Bauch voller Geheimnisse“, das neben dem deutschen Text gleich sechs Übersetzungen in andere Sprachen bietet. „Das ist Arabisch“, hat ein kleiner Fachmann die Schriftzeichen links oben gleich richtig erkannt. „Und das ist Russisch“, sagt Leo, der sich dann bereit erklärt, in seiner Muttersprache vorzulesen. Das wollen die meisten in der Klasse zuerst hören, noch bevor sie mit dem deutschen Text auch den Inhalt verstehen.

Andere Bücher enthalten eine CD mit verschiedenen Sprachen oder sind ganz ohne Worte wie das Wimmelbuch von Rotraud Susanne Berger, das zum Entdecken und Selbstformulieren einlädt. Auf die Frage, bei wem zu Hause vorgelesen wird, melden sich fast alle Kinder. An Lese- und auch Gesprächsstoff wird es da künftig jedenfalls nicht mangeln.