1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Geschwindigkeit ist Killer Nr. 1

Leverkusen : Geschwindigkeit ist Killer Nr. 1

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen will eine neue Verkehrsstrategie anwenden. Innenminister Jäger stellte das Modell gestern in Köln vor. Dessen Säulen sind mehr Flexibilität, mehr Prävention und auch mehr Kontrollen.

Die Zahlen sind erschreckend: Im Bereich der Polizeibehörde Köln/Leverkusen sind in diesem Jahr bereits 27 Verkehrstote zu beklagen. Davon waren acht Fußgänger und vier Radfahrer. Die Geschwindigkeit sei der Killer Nr. 1", betonte gestern NRW-Innenminister Ralf Jäger in einem Gespräch mit der Presse in der Polizeiwache Köln-Chorweiler. Auf den Autobahnen rund um Köln und Leverkusen gab es bis zum jetzigen Zeitpunkt in diesem Jahr 6545 Verletzte. Jäger: "Das sind 430 mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres."

Drei Elemente

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen will jetzt eine neue Verkehrsstrategie anwenden. Sie setzt auf drei Elemente: mehr Flexibilität, mehr Prävention und mehr Kontrollen. Es werde dort Kontrollen geben, wo nach örtlicher Analyse der Unfallzahlen Radfahrer und Fußgänger besonders gefährdet sind und überall dort, wo gerast wird. Die Aktion werden offener sein. Zum Einsatz kommen bei den Kontrollen die blau-silbernen Streifenwagen. Jäger: "Die Kontrollen werden in Zukunft nicht mehr verdeckt und anonym sein."

  • Biotonne an der Poststraße in Manfort.⇥
    Probelauf in Leverkusen : Lieferung von 5000 Biotonnen verzögert sich
  • Leverkusen:Touch Down EM 2020,
Deutschland gegen
    Deutschland gegen Frankreich im Leverkusener Biergarten : EM-Geschäft läuft in  den Kneipen langsam an
  • Zwangspause für die „Fritz Middelanis“: Die
    Derzeit keine Rheinquerung ab Leverkusen-Hitdorf : Schaden: Fähre außer Betrieb

Außerdem wird auf Prävention wert gelegt. Die geplanten Kontrollstellen werden im Vorfeld im Internet veröffentlicht (www.polizei-nrw.de/koeln). Das könnte Raser freuen. Aber: Die Kontrollen werden auch intensiviert. Auch werde die Polizei konsequenter vorgehen, kündigte der Innenminister gestern an. Zu schnelles Radfahren sowie falsches Verhalten von Fußgängern wird bald durchweg bestraft. In diesem Jahr sind in NRW 95 Fußgänger ums Leben gekommen. Das sind 51 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres, berichtete der Minister .

15 km/h Unterschied entscheiden

Es könne wirklich nicht mehr so weitergehen wie bisher, betonte Ralf Jäger. Klare Worte: "Die Polizisten sind es einfach leid, so viele tote Menschen auf den Straßen hinnehmen zu müssen."

Er nannte Zahlen. Bei 65 km/h sterben acht von zehn Fußgängern, die angefahren werden. Bei 50 Stundenkilometern überleben acht von zehn Fußgängern, die angefahren werden. Ralf Jäger: "Das heißt das 15 km/h Unterschied darüber entscheiden, ob acht von zehn Fußgängern überleben oder sterben." Der Polizei komme es wirklich nicht auf die Zahl der Knöllchen an, fügte der NRW-Minister noch hinzu. "Durch verstärkte Kontrollen werden wir die Opferzahlen im Verkehr senken. Weniger Opfer sind unser Erfolg — auf keinen Fall mehr Knöllchen."

(RP)