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Gerichtsprozess: Leverkusener nutzte seine Wohnung zu Drogenaufzucht

Amtsgericht verhängt Geldstrafe von 800 Euro : Leverkusener nutzt seine Wohnung zur Drogenaufzucht

Aus einer Wohnung in Leverkusen wurde zwischen dem 1. Januar und 9. September 2019 ein Gewächshaus für Cannabispflanzen. Der Mieter und dessen Komplize aus Köln mussten sich jetzt wegen des Anbaus und Handels der Drogen vor dem Amtsgericht verantworten.

In der Anklage wurde den Männern vorgeworfen, erst zwölf Pflanzen in einem kleinen, dann mehr als 30 in einem größeren Zelt angebaut zu haben. Nach Schätzungen eines Experten, ergab die erste Ernte einen Ertrag von etwa 450 Gramm Marihuana. Zur Abernte der zweiten Plantage kam es nicht, weil ein Brand ausbrach, den der Mieter unbemerkt löschen konnte. Die Pflanzen sollen wohl für rund 1200 Gramm gut gewesen sein.

Die Polizei war auf die Plantage nur aufmerksam geworden, weil der Angeklagte die Beamten anrief und sich selbst anzeigte. Er sagte über seinen Anwalt vor Gericht, er fühle sich durch den Mitbeschuldigten aus Köln ausgenutzt. Denn der Leverkusener gilt zu 50 Prozent als schwerbehindert. Immer wieder kämpft er laut Verteidiger mit psychischen Problemen, die er regelmäßig behandeln lassen muss. „Ganz offensichtlich hat diese Situation eine andere Person erkannt und ausgenutzt“, sagte sein Anwalt.

Seinen Komplizen kenne der Mann durch seine Betäubungsmittelabhängigkeit, da er bei ihm das Rauschgift erstand. Eigentlich waren dem 39-Jährigen Geld und Teile der Ernten zum Konsum versprochen worden. „Aber weder zu dem einen, noch zu dem anderen ist es gekommen“, betonte sein Anwalt. Vielmehr sei der Angeklagte zurechtgewiesen worden, als er er Knollen für sich verwahren wollte.

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Die Absprache zum Aufbau der Plantage erfolgte via Kurznachrichtendienst. Über diesen verschickte der Leverkusener ein Bild an den Kölner, auf dem zwei Cannabis-Samen zu sehen waren, die er für sich anbauen wollte. Doch der Mitangeklagte hatte andere Pläne: eine große Aufzucht. Nach dem Brand, und noch vor der zweiten Ernte, holte der Kölner seine Sachen ab – und verschwand.

Auf Wunsch des Verteidigers des Mitangeklagten fand der Rest der Verhandlung hinter verschlossenen Türen statt. Am Ende stand eine Verurteilung für beide Angeklagten. Der Leverkusener wurde wegen des Anbaus und Handels im minderschweren Fall zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Der Kölner erhielt zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro.