Geplantes Quartier am Bohofsweg löst Widerstand bei Anwohnern aus

Beschwerden bei Informationsveranstaltung : Geplantes Quartier am Bohofsweg löst Widerstand bei Anwohnern aus

Die auf einer städtischen Fläche angedachte Bebauung am Bohofsweg in Steinbüchel löste auf der ersten Informationsveranstaltung der Verwaltung am Mittwochabend Empörung bei den Anwohnern aus. Insbesondere Naturschutz und Verkehrsaufkommen sind die Gründe für den Widerstand.

Auf der Fläche östlich des Bohofswegs sollen Einzel- und zwei Mehrfamilienhäuser und eine Kita errichtet werden.

Zwei Varianten hierfür stellte die Stadt vor. Bei der ersten erfolgt die Haupterschließung laut Claudia Fricke vom Fachbereich Stadtplanung über die Straße In der Wasserkuhl. Die acht Gruppen zählende Kita im Wohngebiet (zwölf Doppel-, 13 Einfamilienhäuser mit 300 bis 800 Quadratmetern, zwei Mehrfamiliengebäude mit maximal drei Geschossen) soll über zwölf Hol- und Bring- und 19 Mitarbeiter-Parkplätze verfügen. In der zweiten Variante ist die Kita außerhalb des Wohngebiets angesiedelt (über In der Wasserkuhl), die Erschließung der Siedlung führt über den Bohofsweg. Dort würde an der Einmündung Bohofsweg/Schöneberger Straße eine Kreuzung entstehen. Die Anzahl der Gebäude variiert und ist in Fall mit 24 leicht niedriger (10 Doppel-, zwölf Einfamilienhäuser mit 340 bis 820 Quadratmetern und zwei Geschossbauten mit maximal drei Etagen).

In beiden Fällen erfolgt eine Anbindung an das südlich angrenzenden Naherholungsgebiet unterhalb von Meckhofen. Die das Baugebiet einrahmenden Bäume sollen erhalten bleiben, etwaige Bodenabtragungen anderenorts verwendet werden. Zudem soll der Bebauungsplan Steingärten verbieten und Photovoltaikanlagen ermöglichen.

Für die Anwohner waren das nur schöne Worte. Sie sind unzufrieden. Ein Mann bemängelte die jetzt bereits schlechte Parksituationen, die Gefahr von Unfällen steige. Ein anderer Zuhörer monierte: „Das ist ja ein ganz schönes Wohnquartier – aber wo ist das Mobilitätskonzept?“ Die Planung löse den Wohnungsdruck nicht. „Das ist ein Quartier für gut Behütete“, betonte er. Eine Frau gab ihrem Vorredner Recht: „Für die Minimalbebauung ist die Fläche, die geopfert werden soll, zu großzügig“, sagte sie.

Viele der Anwohner kritisierten mangelnden Naturschutz. Leverkusen brauche gerade am Stadtrand grüne Flächen. Dass die Verwaltung die Planungen im Eilverfahren vollziehen möchte, stieß vielen sauer auf. Sie befürchten fehlende Gutachten zu dem Gebiet, das als Frischluftschneiße gelte. Bezirksvorsteher Frank Schönberger versicherte: „Wir werden Gutachten einholen.“

Er bemerkte, das Mobilitätskonzept müsse in der Tat weiterkommen. Das dürfe aber nicht jegliche Bebauung verhindern.