Schleppendes Weihnachtsgeschäft: Gemischte Gefühle bei Händlern in Leverkusen

Schleppendes Weihnachtsgeschäft: Gemischte Gefühle bei Händlern in Leverkusen

Die Enttäuschung über den zum zweiten Adventswochenende hereinbrechenden Winter und die somit dem Adventsmarkt und verkaufsoffenem Sonntag in Schlebusch zunächst fernbleibenden Kunden war Hans-Peter Teitscheids Mitteilung anzumerken.

Auch in Opladen, wo parallel der verkaufsoffene Sonntag lief, war am frühen Nachmittag wenig, später dann doch recht viel los. "Zum Glück sind die Leute nach dem Schnee noch rausgekommen", sagt Dirk Pott von der Aktionsgemeinschaft Opladen (AGO). Bis 14.30 Uhr hatten die Weihnachtsmarktbuden zu, "weil der Schnee genau in die Stände wehte, das geht bei Süßwaren und anderen Artikeln natürlich nicht", erzählt Pott.

Weil die Woolworth-Filiale noch geschlossen ist und das Rewe-Ladenlokal leer steht, fehle an diesem Ende der Fußgängerzone "Laufkundschaft", zudem wäre trockeneres Wetter schön, damit die Leute Lust hätten, rauszugehen. Frank Schönberger von der Werbegemeinschaft City hat von Wiesdorfer Händlern in der vergangenen Woche gehört, sie seien "recht zufrieden". Gemischte Gefühlslage also in den drei Einkaufszentren der Stadt.

Das spiegelt sich auch in der Region: Ganz unzufrieden mit dem angelaufenen Weihnachtsgeschäft sind die Händler nicht, sagt der Handelsverband Nordrhein-Westfalen - Rheinland (HVR) nach einer Stimmungsumfrage zum Geschäft am zweiten Adventswochenende: "Das zum Nachmittag etwas stabilere Wetter, die winterliche Atmosphäre auf den Weihnachtsmärkten und die stattfindenden Weihnachtsevents der Einzelhandelsbetriebe in den Städten sorgten in der HVR-Region vielerorts zu späterer Stunde für eine stärkere Belebung der Einkaufsstraßen. Die Bereiche Spielwaren, Bücher, Winterbekleidung, Weihnachtsdeko, gute Weine, Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik sind bisher besonders gefragt", sagt Björn Musiol, HVR-Regionalleiter Kreis Mettmann. Auch der Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW-Rheinland, Marcus Otto, zieht eine halbwegs positive Zwischenbilanz: "Das Weihnachtsgeschäft ist in den letzten zwei Wochen gut angelaufen, aber es ist noch Luft nach oben."

Dass die noch ausgeschöpft wird, scheint möglich, folgt man den Erläuterungen des Kölner Meinungsforschungsinstituts Rheingold. Dessen Chef, Stephan Grünwald, sagt: "Gerade weil wir immer mehr Zeit digital verbringen, ist Einlaufengehen ein analoges, sinnliches Kontrastprogramm... Im Handel erleben sich die Menschen noch als Handelnde, als Jäger und Sammler. Das schafft eine Art Werkstolz. Keine Bestellung im Internet kann das leisten." Sein Hinweis: In einer zunehmend digitalisierten Welt "werden vor allem die Händler bestehen, die neben einem guten Sortiment eine psychologische Mehrwert bieten: eine in sich stimmige Erlebniswelt, in der Kunden gerne ihre Zeit verbringen."

Zwei Wochen Zeit bis zum Fest bleiben den Leverkusener Händlern noch fürs gute Geschäft - Wetter und Internet zum Trotz.

(RP)