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Leverkusen: Geldautomatensprengung: Angeklagter mit Teilgeständnis

Leverkusen : Geldautomatensprengung: Angeklagter mit Teilgeständnis

Kurz vor der Sprengung des Geldautomaten in Wiesdorf - entstanden ist dabei ein Schaden von über 400.000 Euro - fuhr noch ein Streifenwagen der Polizei an der Bank vorbei. Das schilderte die Polizistin, die als Erste in den frühen Morgenstunden des 1. Oktobers 2016 vor Ort gewesen war, gestern als Zeugin vor dem Kölner Landgericht.

Die Polizei konnte sehr schnell am Tatort sein. Aber die drei Männer, die von Anwohnern beobachtet worden waren, waren schneller. Wie auch schon in anderen Fällen von Geldautomaten-Sprengungen, wo ihnen die Polizei häufiger knapp auf den Fersen war. Die Verbrecher hatten ihre Vorhaben so gut geplant, dass sie den Beamten immer wieder entkommen konnten. Bis auf den Fall im westfälischen Löhne, wo die niederländischen Kollegen Amtshilfe leisteten. Da wurde zumindest der Jüngste der drei Angeklagten auf frischer Tat ertappt.

Leverkusen: Geldautomatensprengung: Angeklagter mit Teilgeständnis
Foto: Miserius Uwe

Sein Pech: Seine Unerfahrenheit und sein Sturz, wie er gestern durch seinen Verteidiger einräumte. Er legte ein "halbes Geständnis" ab, gab das zu, was ihm ohnehin nachgewiesen werden kann. Die beiden Namen seiner Mitstreiter wollte er nicht nennen. Das Angebot auf ein strafmilderndes Geständnis wollten die beiden anderen Angeklagten nicht machen. Der Hauptangeklagte nicht, weil ihm nach ersten Vorstellungen des Staatsanwalts eine Gesamtstrafe zwischen sechs und sieben Jahren droht. Der dritte Angeklagte konnte sich nicht äußern, weil er erneut seiner Ladung nicht nachgekommen war; er sitzt nicht in Untersuchungshaft.

Leverkusen: Geldautomatensprengung: Angeklagter mit Teilgeständnis
Foto: Uwe Miserius

Der Jüngste auf der Anklagebank spielte seine Rolle herunter. Er sei eher zufällig von den beiden Mittätern angesprochen worden und habe nur Kabel tragen sollen. Schulden von 6.000 Euro habe der damals Arbeitslose gehabt und sich erhofft, mit seinem Anteil an der Beute davon freizukaufen - und noch einen ansehnlichen Anteil zu erhalten.

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Foto: Miserius Uwe

Dem Haupttäter ist die Kriminalpolizei durch die Überwachung von Telefongesprächen und vor allem durch DNA-Untersuchungen auf die Spur gekommen. In Löhne konnten zwei Täter zwar mit ihrem schwarzen Audi entkommen, auf der Flucht jedoch verloren sie die Gewalt über ihr Fahrzeug und schlitzten sich an einer Leitplanke einen Reifen auf. Sie mussten zu Fuß flüchten und verloren dabei Kleidungsstücke, die das Landeskriminalamt untersuchte. Es ergab einen Treffer beim Abgleich mit der DNA-Datenbank, erklärte die Zeugin, die als Expertin im LKA-Labor arbeitet.

(RP)