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Leverkusen: Geisterfahrerin bringt Stadt ins Grübeln

Leverkusen : Geisterfahrerin bringt Stadt ins Grübeln

Möglicherweise wird es eine Begehung der Stelle am Europaring geben, an der der Unfall geschah.

Die Geisterfahrt eines 20-Jährigen am Wochenende auf der A5 in Baden-Württemberg, bei der fünf Menschen starben, bewegt Deutschland. Aber auch über die Geisterfahrerin (39) aus Köln, die Mitte vergangener Woche in Bürrig falsch auf den Europaring auffuhr und auf der Zu-/Abfahrt mit dem Wagen einer Leverkusenerin (36) kollidierte, ist noch im Gedächtnis.

"Wir machen uns schon Gedanken, ob an der Verkehrsführung dort etwas verändert werden muss", sagt Friedhelm Laufs, Leiter des Fachbereichs Straßenverkehr. Er warnt aber vor blindem Aktionismus. "Jetzt schnell mehr Schilder aufzustellen, das bringt nichts. Wir müssen erst einmal abwarten, was im Unfallbericht der Polizei steht."

Danach kann Laufs sich vorstellen, die Unfallstelle mit der Polizei zu begehen, um vor Ort zu klären, ob ein Gefahrenpotenzial an der Stelle lauert. Für noch mehr Schilder plädiert der Fachmann nicht: "Die Verkehrsführung an dieser Stelle ist eigentlich deutlich, ich weiß nicht, ob noch ein Einfahrtverbotsschild, das sind die runden roten mit dem weißen Balken in der Mitte, zusätzlich etwas bringen würden."

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Dass die "Stoppschilder für Geisterfahrer", die in Bayern gerade in einem Pilotprojekt vor allem an Autobahnen getestet werden, auch etwas für Leverkusen sein könnten, sieht Laufs nicht. Er arbeite seit 1997 im Fachbereich Straßenverkehr, ihm sei seitdem noch kein innerstädtischer Geisterfahrer in Leverkusen untergekommen. Auch Polizeisprecher André Faßbender ist von einem ähnlich gearteten Fall in Leverkusen nichts bekannt.

Die Geisterfahrerin hatte in der vergangenen Woche angemerkt, sie sei durch die Angabe ihres Navigationsgeräts irritiert worden. Das Gerät habe "nach links abbiegen" gemeldet. Fahren darf man an dieser Stelle aber nur nach rechts. "Man darf einem Navi nicht blind vertrauen. Das war eine Fehlleistung des Autofahrers. Als solcher muss man schon auch noch auf die Realität aufpassen", betont Laufs auch im Hinblick auf die Unfälle, bei denen Autofahrer ihrem Navigationsgerät folgend mit dem Wagen im Rhein gelandet sind.

Auch Polizeisprecher Faßbender betont: "Die Nutzung des Navigationsgeräts kann nur Hilfsmittel sein. Nicht immer ist die Software in den Geräten auf dem aktuellen Stand der Verkehrsführung. Nur weil sie ein Navi benutzen, dürfen Autofahrer nicht die Verkehrsschilder oder den Verkehr um sie herum missachten", betont der Polizist.

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(RP/rl/top)