Gedenkfeier zum 9. November mit Holocaust-Überlebenden in Leverkusen

Reichspogromnacht : Kinder der Holocaust-Überlebenden berichten

Hochzeit im Ghetto – zwei Gedenkveranstaltungen am 8. und 9. November erinnern an das Leid der Juden in der Nazizeit. Bürgerstiftung lädt Zeugen aus Israel ein.

(RP) Seit 25 Jahren findet am 9. November, um 19 Uhr in der evangelischen Kirche in der Kolberger Straße eine Gedenkfeier zur Reichspogromnacht statt. Hauptinitiatoren vor 25 Jahren waren Christa Bonfert und ihr Mann Heinz, der damals als Pfarrer an der evangelischen Kirche in Quettingen tätig war. Viele Jahre organisierten sie eine würdevolle Gedenkstunde, die immer neue thematische Akzente suchte und setzte. Im Team mit Elisabeth Rosenfelder und ihren Schülern des Landrat-Lucas-Gymnasiums sowie Musikschulleiter Jürgen Ohrem und seinen Klezmer-Gruppen entstehen jedes Jahr neue Ideen, um das Gedenken an die Gräueltaten dieser Zeit, vor allem bei der Jugend, wach zu halten, die unzähligen Opfer zu würdigen und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Denn aus der Geschichte resultiert die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder, von deutschem Boden ausgehend, geschehen darf.

 Anlässlich des 25. Gedenkabends in diesem Jahr wird Oberbürgermeister Uwe Richrath ein Grußwort sprechen und dabei die drei Geschwister der Familie Sidrer persönlich begrüßen, die dank einer großzügigen Spende der Bürgerstiftung aus Israel und den USA angereist sind. Diese sind Zeitzeuginnen der sogenannten 2. Generation von Holocaust-Überlebenden. Sie werden über das unvorstellbare und filmreife Schicksal ihrer Eltern während dieser Zeit sprechen, dieses mit Schülern des Landrat-Lucas-Gymnasiums und der Marienschule unter Anleitung der Lehrkräfte Klemens Büsch und Julian von Hessert reflektieren und die Thematik so den Besuchern der Gedenkstunde näherbringen.

„A Holocaust Memoire of Love and Resilience“ hat Etti Zilber, die ältere Schwester, ihr Buch genannt, das sie an Hand von Tonbandaufzeichnungen ihrer Mutter geschrieben hat. Diese hat zu Lebzeiten niemals persönlich mit ihren drei Töchtern über das Erlebte dieser Zeit gesprochen, obwohl ihre Kinder oft nachgefragt haben. In Reportagen und Interviews werden die Hochzeit der Eltern im Ghetto von Kaunas/Litauen, die Trennung der Jungvermählten, das Überleben des KZ Stutthof und des Todesmarsches sowie das unfassbare Wiedersehen geschildert.

 Den musikalischen Rahmen gestalten der Leverkusener Bachchor unter Leitung von Michael Porr, das Klezmer-Ensemble „crazy freilach“ und Jeanne Rabin aus Israel als Vocalistin. Zu dieser besonderen Gedenkstunde, die unter der Überschrift „Mama was a fighter“ steht, laden die Initiatoren interessierte Bürger für Samstag,  9. November, um 19 Uhr in die evangelischen Kirche Quettingen an der Kolberger Straße ein.

Bereits am Freitag, 8. November, um 12 Uhr,  lädt die Stadt Leverkusen zu einer Gedenkstunde in Erinnerung an die Opfer des Holocaust. Am Gedenkstein am „Platz der Synagoge“, Ecke Lessingstr./ Altstadtstr. legen Oberbürgermeister Uwe Richrath und Repräsentanten der Leverkusener Glaubensgemeinschaften Kränze für die Opfer des Holocaust nieder.

Inhaltlich gestalten  Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums und der Montanus-Realschule die Gedenkstunde. Das Klezmer-Ensemble der Musikschule Leverkusen gestaltet den musikalischen Rahmen des Gedenkens.