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Opladen: Gaststätten-Pächter glaubt nicht an Abriss

Opladen : Gaststätten-Pächter glaubt nicht an Abriss

Nach der Schließung des Café-Kiosks am Bahnhof Opladen ist Herbert von Kieseritzky nun der einzige noch verbliebene Gastronomie-Mieter im Gebäude. Doch der Inhaber der Bahnhofsgaststätte ist zuversichtlich, das auch noch lange zu bleiben. Gestern meldete sich von Kieseritzky zu Wort und kündigte gegenüber unserer Zeitung an: "Dieses Bahnhofsgebäude werden ich und mein Restaurant ganz sicher noch überleben."

Der gelernte Koch, der schon vor 43 Jahren das Festessen zur Eröffnung des damaligen Bahnhof-Neubaus lieferte und seit mehr als 30 Jahren nun schon die Gaststätte im Gebäude betreibt, hat zwar ebenso wie alle anderen Mieter mitgeteilt bekommen, dass sein Pachtvertrag jederzeit relativ kurzfristig gekündigt werden kann, etwa wenn der Bahnhof im Zuge der Gütergleisverlegung abgerissen werden soll — doch dazu, so glaubt er, werde es gar nicht erst kommen.

"Die Stadt hat doch kein Geld"

"Die Stadt hat doch eh kein Geld für das Projekt", meint von Kieseritzky: "Und mit solchen Kündigungsklauseln lebe ich nun schon seit Jahrzehnten. Das bin ich also gewohnt." Schlaflose Nächte habe er deswegen nicht.

Mehr als 60 Kegelclubs zählen seinen Angaben zufolge noch immer zum Kundenstamm der Bahnhofsgaststätte, außerdem Eigentümerversammlungen und diverse andere Gesellschaften. "Ich komme über die Runden", betont von Kieseritzky, auch wenn er heute hauptsächlich von Stammgästen lebt.

Die so genannte Laufkundschaft sei deutlich zurückgegangen, sagt der 63-Jährige. Aber auch dafür sieht Herbert von Kieseritzky einen Grund: die Krankenhaus-Caféteria. "Wenn die dort mit Steuergeldern unterstützt Mahlzeiten von fünf Euro anbieten können, hat unsereiner keine Chance mehr, mitzuhalten." Aufgeben kommt für ihn dennoch nicht in Frage. Der Gastronom verspricht: "Ich mache weiter."

(RP)