Leverkusen: Ganz großes Theater mit "Zwerg Nase"

Leverkusen: Ganz großes Theater mit "Zwerg Nase"

Die Schüler der Theodor-Heuss-Realschule haben das Publikum mit ihrer Aufführung der Kinderoper begeistert.

Ein wahrlich besonderes Stück führten rund 70 Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Realschule am Wochenende auf. Denn das Musikprojekt "Zwerg Nase" war nicht nur musikalisch als Kinderoper anspruchsvoll, sondern auch emotional, wie Musiklehrer Alexander Hässy erklärte.

Das Stück stammt aus der Feder seines Vaters Günter Hässy, der 2007 verstarb. Sohn Alexander arrangierte nun das Stück um, das ursprünglich für sinfonisches Orchester und einen dreistimmigen Chor geschrieben worden war: "Das ist sehr emotional. Ich habe in diesem Stück als Kind selbst mitgespielt und nun führe ich es erstmals nach dem Tod meines Vaters auf", erzählt er.

Nun durften die Schüler der Theodor-Heuss-Schule länger als ein dreiviertel Jahr gemeinsam mit Alexander Hässy dieses Stück einstudieren. Seit August 2017 ist die Gruppe dabei, nicht nur die Texte zu lernen und die Noten zu spielen und zu singen, sondern sich auch ums liebevoll gestaltete Bühnenbild zu kümmern sowie aufwendige Kostüme zu arrangieren.

"Dieses Stück war zwar sehr zeitaufwendig, aber dennoch hatten wir immer noch Unterricht. Am Ende haben wir im Alltag gar nicht mehr gemerkt, wie viele Schüler hier eigentlich teilnehmen. Das spricht doch für sich und für das tolle Engagement der Schüler", erklärt Schulleiterin Andrea Wirths.

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So wirkte das Stück nicht nur wie eine gewöhnliche Schulaufführung. Wegen seiner großen Liebe zum Detail und des tollen Orchesters hätte es auch gut und gerne die Sitzplätze im Forum füllen können. Kein Wunder also, dass alle Veranstaltungen in der Aula ausverkauft waren. Damit auch alle Beteiligten im Stück mitspielen konnten, wurden die Rollen gleich doppelt besetzt.

Das Märchen "Zwerg Nase" von Wilhelm Hauff aus dem Jahr 1826 zählt in Deutschland neben zahlreichen "Brüder Grimm"-Klassikern zu den meist aufgeführten Märchen. Jakob, herrlich dargestellt von Pia Illmann, wird von der Kräuterfee Leila Avdievski in einen Zwerg verwandelt. Während seiner Leidenszeit begegnet er verschiedenen Charakteren, darunter dem Urban, der gekonnt ulkig von Danny Malina gespielt wurde. Jakob lernt die Gans Mimi (Giorgia Matina) kennen, die ebenfalls verzaubert wurde. Für beide endet das Märchen natürlich mit Erlösung.

Auch für das achtköpfige Orchester, das aus Streichern und Bläsern sowie Keyboard und Klavier bestand, war diese Aufführung ein intensives Erlebnis, wie Till Fahrmeier berichtet: "Das war schon sehr aufwendig. 33 Stücke haben wir ein Jahr lang eingeübt, die auch manchmal gar nicht einfach waren", sagt der 15-Jährige, der Altsaxophon spielte, aber auch an der Gitarre Zuhause ist. Fazit: Die Schüler der Theodor-Heuss-Realschule haben, mit Talent und viel Liebe zum Detail, ein wunderbares Stück geschaffen, für das es zu Recht Bravo-Rufe gab.

(RP)
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