1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Fußball-Fest mit bitterer Note

Leverkusen : Fußball-Fest mit bitterer Note

Das Public-Viewing am Freitag in der Smidt-Arena fand unter strengeren Sicherheitsmaßnahmen statt. Störenfriede versuchten trotzdem, das friedliche Fußballfest zu behindern. Fans feierten später unter Polizeiaufsicht.

Das Wichtigste vorab: Alle 2000 Fans in der Smidt-Arena konnten das 4:2 der deutschen Nationalmannschaft gegen Griechenland die vollen 90 Minuten lang verfolgen. Zu dem angedrohten Abschalten des Bildes bei Zwischenfällen mit Böllern und Bengalos kam es nicht. Dabei hätte es dazu allen Grund gegeben. In der vierten Spielminute, nach dem vermeintlichen 1:0 der Deutschen, haben ein paar unverbesserliche Chaoten einen Böller mit der Aufschrift "Ultrasshop.com" mitten in die Menge geworfen. Ein paar Zuschauer löschten den Feuerwerkskörper mit Bier, bevor er explodieren konnte. Der Veranstalter hatte eigentlich angekündigt, bei einem solchen Vorfall das Bild sofort abzuschalten. "Wir hielten es in dem Moment für unangemessen", sagte Klaus-Peter Laux, Abteilungsleiter des Sportparks, der das Event ausrichtet.

Der Sportpark hatte sich nach dem Spiel gegen die Niederlande, bei dem bereits ein Böller gezündet wurde, für strengere Sicherheitsmaßnahmen entschieden (wir berichteten). Damit wolle man verhindern, dass dem größten Public-Viewing in Leverkusen ein ähnliches Ende durch Chaoten bereitet wird, wie es in der Kölner LanxessArena der Fall war, sagte Laux vergangene Woche im Gespräch mit unserer Zeitung. Nachdem auch dort Feuerwerkskörper gezündet wurden, brach der Veranstalter die Übertragung in der Halle ab.

  • Fotos : Autokorso: Polizei in Leverkusen greift durch
  • Europameisterschaft 2021 : Fußball-EM 2021 von Zuhause – so kommen Sie in Fußball-Stimmung!
  • Mannheim, Deutschland, 22.05.2021:  , 

Fans vom
    Zwischenfall in Krefeld : 400 KFC-Fans warten auf den Bus

Verbesserungen kommen gut an

Neben den sicherheitsbedingten Veränderungen wurde auch an der Stimmung gearbeitet — offenbar mit mehr Erfolg. Ein DJ beschallte das Publikum bereits eineinhalb Stunden vor Anpfiff mit Fußballsongs. Das Bild zur Übertragung lief parallel ohne Ton mit, so dass die Besucher Roger Cicero sahen, aber die Toten Hosen hörte. Die schlechte Stimmung war noch einer der Hauptkritikpunkte der Fans beim Public-Viewing gegen die Niederlande gewesen. Hier konnte der Sportpark dieses Mal punkten. "Ich finde die Stimmung richtig gut, besser als in Dombrauhaus in Köln, wo ich sonst schon mal hingehe", sagte Yvonne Kirsch (29) aus Schlebusch. Auch Gerhard Henseler (50) gefiel die Musikauswahl des DJs: "Ich bin zum ersten Mal hier und muss sagen, dass ich die Stimmung klasse finde."

Dass die Fans längere Wartezeiten wegen der strengeren Kontrollen auf sich nehmen mussten, schien sie nicht zu stören: "Wir haben ungefähr 45 Minuten anstehen müssen. Das ist aber okay, dafür ist die Stimmung super", sagte Natalie Niendorf (24), die mit ihrem Freund aus Köln nach Leverkusen gekommen war.

Der Sportpark hatte den DJ aber auch eingebunden, um bei möglichen Zwischenfällen entsprechende Hinweise an das Publikum zu richten. Diese fanden aber nicht statt. Dafür machte er vor dem Spiel die Ansage: "Wir sind besser als Köln, denn wir zünden hier keine Bengalos." Das Aufstellen einer zweiten Leinwand nahmen die Besucher als Verbesserung wahr. Hatten kleinere Fans oder Kinder zuvor noch Schwierigkeiten, die ganze Leinwand zu sehen, konnten sie jetzt das Spiel komplett verfolgen. Auch positiv: die Präsenz der Security. Der Böllerwerfer konnte aber nicht dingfest gemacht werden.

Mehr Fotos im Internet unter www.rp-online.de/leverkusen

(RP)