Für Bau der Dhünnbrücke: Wird der Europaring dichtgemacht?

Bauzeit verlängert sich : Brücke: Wird Europaring dichtgemacht?

Der Bau der neuen Dhünnbrücke verzögert sich. Die Kosten erhöhen sich auf 9,5 Mio.. Montag berät der Bauausschuss.

Von hinten durch die Brust ins Auge heißt eine hübsche Umschreibung, wenn etwas eher auf Umwegen funktioniert als ganz direkt. Und ebenso könnte es von Ende 2020 bis Mitte 2021 auf dem Europaring in Höhe der Dhünnbrücke kommen. Denn die aktuell marode Brücke ist seit geraumer Zeit Baustelle, sie wird in zwei Etappen erneuert. Für den Bauausschuss am kommenden Montag hat die Stadt nun ein Beratungspapier erstellt, in dem es erstens um eine Kostenerhöhung geht – von ehemals 7,6 Millionen Euro auf nun rund 9,5 Millionen  – und zweitens um eine mögliche Vollsperrung des Europarings für ein halbes Jahr.

Vorgeschichte: Der Rat hat im Frühjahr dem Neubau, der in zwei unabhängigen Teilen entsteht, zugestimmt;  im Juni haben die aufwendigen (Vor-)Arbeiten begonnen. Eigentlich sollte eine Hälfte der Brücke Ende nächsten Jahres fertig sein.

Nun wird es später. „Die östliche Brücke soll bis Mitte 2021 betriebsbereit sein. Insgesamt soll die Maßnahme Ende 2022 abgeschlossen sein. Die Verzögerung des geplanten Bauablaufes ergibt sich durch einen erhöhten Zeitbedarf für die Planung des Brückenbauwerkes und die vorbereitenden Arbeiten für die temporäre Unterstützung“, begründet die Stadt. Die Mehrkosten für den Bau „ergeben sich aus der fortgeschrittenen Planung für das Ersatzbauwerk und die Straßenbauarbeiten, auf deren Grundlage die Baukosten detaillierter ermittelt werden konnten. Bei der Kostenberechnung wurde außerdem die aktuelle Preisentwicklung berücksichtigt.“ Und die Preissituation im Baugewerbe sei angespannt – im Vergleich zum Jahr 2015 seien aktuell Kostensteigerungen beim Brückenbau von bis zu 70 Prozent zu verzeichnen, zitiert die Stadt eine Aussage der Deutschen Bahn. Noch in diesem Jahr will die Verwaltung die Maßnahme ausschreiben.

Gemäß Bauwerksgutachten darf die 55 Jahre alte aktuelle Brücke der Stadtautobahn nur noch bis Ende 2020 mit dem jetzigen Verkehr belastet werden. Bis dahin müsste die erste Brückenhälfte fertiggestellt sein, damit der Verkehr uneingeschränkt fließen kann. Aber: „Aufgrund der zuvor genannten Verzögerungen kann die erste Brückenhälfte voraussichtlich erst bis Mitte 2021 fertiggestellt werden“, prognostiziert die Stadt. Macht eine  Differenz von einem halben Jahr. In dem es passieren kann, dass die alte Dhünnbrücke gesperrt werden muss, die neue aber noch nicht fertig ist. Ob das nötig wird, will die Stadtverwaltung in der ersten Jahreshälfte 2020 prüfen.

Für den Fall der Vollsperrung hat die Verwaltung mit Wupsi, Polizei und Straßen NRW einen „Alternativplan für die Verkehrslenkung“ ausgearbeitet, der im Prinzip einem großen Bogen gleich kommt.

Heißt: Wer aus Opladen kommt und in Richtung City will, führt über Olof-Palme-Straße, Rheinallee, Schießbergstraße und Titanstraße in Richtung Friedrich-Ebert-Straße geführt. Wer aus Süden kommt fährt diesen Weg, nur in die andere Richtung. Alternative für die, die sich auskennen: Der Weg von Opladen über die Bismarck- und Rathenaustraße in die City. Auch ein großer Bogen.

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