FSJ: Laura aus Leverkusen hilft in Sri Lanka

Freiwilliges Soziales Jahr : Von Leverkusen nach Sri Lanka, um zu helfen

Die 19-jährige Laura Grünheid reist am Mittwoch für drei Monate nach Sri Lanka, um dort das Kinderheim "Angels Home" zu unterstützen.

"Wenn ich helfen kann, sollte ich auch helfen." - Weil sie etwas auf der Welt verändern möchte, hat sich die junge Leverkusenerin Laura Grünheid entschieden, im Anschluss an ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) auch in Sri Lanka tätig zu werden. "Ich kann es jedem nur empfehlen, ein FSJ zu machen. Alles, was ich erlebt habe, hat mich weitergebracht", berichtet sie und will damit andere junge Leute, die zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung oder Studium stehen, ermutigen, die Zeit für derlei Erfahrungen zu nutzen.

Nach ihrem Fachabitur am Geschwister-Scholl-Berufskolleg im vergangenen Jahr half sie im Haus Nazareth aus, wo sie sich um Kinder aus Intensivgruppen gekümmert und deren Alltag unterstützend begleitet hat. "Ich wusste schon immer, dass ich im sozialen Bereich arbeiten möchte", erzählt die 19- Jährige.

Bei einer Informationsveranstaltung in Schlebusch und über eine Freundin, die selber schon vor Ort war, wurde sie auf das Projekt des Vereins "Dry Lands" aufmerksam. "Die Leiter Julia Fischer und Frank Lidicke konnten mich sofort für das Kinderheim ,Angels Home' begeistern", sagt die Leverkusenerin. Das Team des Kinderheims versucht, die Schul- und Ausbildung junger Mädchen in Sri Lanka zu verbessern und ist dafür ständig auf der Suche nach Praktikanten und helfenden Händen. Vor Ort in Sri Lanka werden neue Bildungsstätten und Unterkünfte gebaut, die allein durch Spendengelder finanziert und getragen werden. "Viele der Kinder kommen aus schlechten Verhältnissen und können dort besser versorgt und betreut werden", berichtet sie. Dieser Aufgabe möchte sich Laura nun stellen: "Als Praktikantin bin ich dort fest eingeplant und trage die Verantwortung für mehr als 60 Kinder mit."

Ihre Familie und Freunde unterstützen Laura Grünheid bei dieser Entscheidung - nur die Oma sei etwas skeptisch gewesen: "Die Vorstellung, dass ich alleine an so einen Ort reise, hat ihr anfangs nicht besonders gefallen, aber ich konnte sie umstimmen", erzählt die 19-Jährige. Sie hat versprochen, sich regelmäßig über Skype und Facetime zu melden und während der Zeit und trotz der Entfernung den engen Kontakt zur Familie und zu Freunden beizubehalten.

Finanziert hat sie sich diese Reise selber: "Seit ich 16 bin, arbeite ich in einer Bäckerei um die Ecke. Eigentlich war immer ein Au-pair-Jahr geplant, aber das machen ja alle." Sie habe Spaß daran, etwas Neues zu erleben, deshalb sei eine Rundreise durch Sri Lanka fest eingeplant. Sie wird nach ihrer Ankunft in dem fremden Land vom Flughafen abgeholt und wohnt direkt über dem Kinderheim in einer Praktikanten-WG. "Es sind immer mindestens drei Praktikanten da, die aushelfen. Die Nachfrage ist groß, deshalb rate ich jedem, sich früh zu bewerben."

Eigentlich sollte sie erst im September fliegen, doch da kurzzeitig eine andere junge Frau abgesprungen ist, hat Laura die Chance genutzt. "Wenn ich wiederkomme, möchte ich anfangen, soziale Arbeit zu studieren", berichtet sie von ihren Plänen. Heute aber hebt erst einmal der Flieger mit der Leverkusenerin an Bord Richtung Sri Lanka ab, und Laura kann es kaum erwarten: "Ich bin gespannt auf das Essen dort, aber am meisten freue ich mich natürlich auf die Kinder. Der Rest ist Nebensache".

(RP)
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