Leverkusen: Fröhliche Stimmung beim Friedenskonzert

Leverkusen: Fröhliche Stimmung beim Friedenskonzert

Das dritte Leverkusener Friedenskonzert in der Schlebuscher Friedenskirche unterschied sich komplett von den beiden vorausgegangen Musikveranstaltungen. Vor allem, weil sich das Gotteshaus dank Adrienne Morgan-Hammond, der schwarzen US-Amerikanerin mit Wahlheimat in Köln, und ihrer Band, im Laufe des Abends zunehmend in ein swingendes, tanzendes Gotteshaus verwandelte, das ebenso gut in Harlem hätte stehen können. "Wenn Blut fließt, wenn Fleisch und Stahl eins sind, trocknet es in der Farbe der Abendsonne. Der Regen wird die Flecken wegwaschen. Aber etwas in unseren Köpfen wird immer bleiben", zitierte sie eingangs die deutsche Übersetzung aus dem Sting-Titel "On and on the rain will fall" und trug das Lied eher nachdenklich mit leiser, angenehmer Blues-Stimme vor.

Das blieb nur kurz so, und die Stimmung an der Merziger Straße wurde wieder fröhlich. Das Publikum in der gut gefüllten Kirche ließ sich vom Titel "Lean on me" (Bill Withers) mitreißen, klatschte den Rhythmus und war aufgefordert, den vielstimmigen Schlussakkord unter dem Motto "Suche deinen Lieblingston" mitzusingen. "Ist die Kirche jetzt ein bisschen locker?", fragte die Künstlerin kurz darauf, ehe sie den interkulturellen Friedens-Chor "Chor" auf die Bühne holte, der erst wenige Tage zuvor gegründet worden war. Mit rund 40 Akteuren gab sie weitere Stücke zum Besten, bis das Traditional "We shall overcome" erklang. Den Abschluss bildeten zwei Partysongs, zu denen sogar getanzt wurde.

Michael Schmidt, Vorsitzender des Jungen Theater Leverkusen (JTL), dessen musikalischer Leiter Stefan Esser und Hans-Jörg Schaefer, Vorstand der VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen, hatten das Konzert unter dem Motto "Peace, freedom and light" mit Hilfe von Sponsoren organisiert, das gemäß rheinischer Sitte zur Tradition geworden ist. Jeder gespendete Euro - am Ende kamen rund 1200 zusammen - fließe in das Flüchtlingsprojekt der Evangelischen Kirchengemeinde Schlebusch, versprach Schmidt, für das Pfarrer Jürgen Dreyer im Übrigen noch ehrenamtliche Betreuer für den Deutschunterricht suche.

"Integration funktioniert am besten, wenn Menschen zusammen kommen und an gemeinsamen Projekten arbeiten", betonte Bürgermeister Bernhard Marewski mit Blick auf den Projektchor, der sich unter der Leitung von Morgan-Hammond auf das Konzert vorbereitet hatte. Das sei ein tolles Beispiel für gelebte Integration, würdigte Marewski und gab der Hoffnung Ausdruck, dass das Projekt fortgesetzt werde.

(gkf)