Leverkusen: "Friederike" wirkt immer noch nach

Leverkusen: "Friederike" wirkt immer noch nach

Das Orkantief sorgt für Gefahr durch sturzgefährdete Bäume - so wie jetzt an der Neukronenberger Straße.

Plötzlich knirschte, knackte, rauschte und raschelte es. Mit einem hörbaren Knall kam der gefällte Kirschbaum auf der Neukronenberger Straße auf. Ein mit Kettensägen ausgestattetes Team des Fördervereins Balkantrasse hatte am vergangenen Samstag einen gut 20 Meter hohen Baum entfernen müssen. Er hatte zu großen Schaden durch Orkan Friederike genommen.

Es handelte sich dabei um einen Zwiesel. Also einen Baum, der sich bereits recht weit am unteren Stamm in zwei separat wachsende Gewächse aufteilt.

Einer der beiden Zwillinge war durch den Sturm vor einigen Tagen entwurzelt worden. Und daher geriet der Stand seines ehemaligen Gegenparts zu unsicher.

Der Sturm vor einigen Tagen entwurzelte einen Baum - und so geriet der Stand seines ehemaligen Gegenparts zu unsicher. Foto: brücker

"Der Kirschbaum steht auf unserem Gelände. Auf die Trasse kann er zwar nicht fallen, allerdings ist eine öffentliche Straße betroffen", beschrieb Petra Haller.

Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht ist der Verein, dessen Vorsitzende Petra Haller. ist, für die Entfernung des Baums zuständig. Die Neukronenberger Straße war so am Samstag kurzzeitig unpassierbar

Auto- und Fahrradfahrer hatten sich aber nicht allzu lange gedulden müssen. Der eigentliche Akt dauerte nämlich nur rund 15 Minuten. Nachdem der Baum planmäßig auf die Straße fiel, zerkleinerten die vielen Helfer recht schnell das Geäst. Für den perfekten Ablauf klopften die Männer Meister Detlef Krüger aufmunternd auf die Schulter.

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Als Einziger besaß er an diesem Tag die Lizenz, stehendes Holz zu sägen. Schließlich müssen dabei eine ganze Menge Dinge beachtet werden. "Vor allem ist es wichtig, sich den Ort und das Holz gut anzuschauen", erklärte Krüger nach getaner Arbeit noch etwas atemlos.

Ist der Baum zum Beispiel hohl, ändert sich sofort das ganze Fallverhalten. "Das merkt man während des Sägens", sagte der erfahrene Baumfäller, der die Arbeit mit seiner ganzen Truppe freiwillig übernommen hatte.

Damit der Kirschbaum während des Fallens nicht auf die in unmittelbarer Nähe verlaufende Stromleitung stürzte, brachte das Team eine Winde an dem Stamm an. Rund 2000 Euro kosteten das Seil und das dementsprechende Fahrzeug einst. Doch schon jetzt hat sich die Investition bezahlt gemacht. "Damit es sich der Baum unterwegs nicht doch noch anders überlegt", erläuterte Krüger mit einem Lächeln im Gesicht.

Da sich das Seil jedoch sehr schnell spannt und daher ausschlagen kann, geht mit ihm gleichzeitig ein kleines Risiko einher - und deshalb ist es notwendig, Abstand zu halten.

Das hielt einen Mann auf seinem Fahrrad dennoch nicht davon ab, das Stahlseil zu passieren. Zum Glück ein Einzelfall: Die meisten Passanten verhielten sich verständnisvoll.

(RP)