Fridays for future in Leverkusen, Langenfeld und Monheim

Fridays For Future : Mission „Welt retten“ an den Schulen

Das Thema ist längst im Unterricht der Schulen angekommen, Schüler lernen Nachhaltigkeit und Artenschutz.

Seit Monaten demonstrieren weltweit jeden Freitag Jugendliche für den Klimaschutz. Sie fordern die Politik auf, sich für mehr Klimaschutz zu engagieren und endlich Fakten zu schaffen. Doch wie sieht es in den einzelnen Städten aus? Engagieren sich Schüler auch in Leverkusen, Langenfeld und Monheim für das Klima?

Die Anwort lautet ja. In den Städten laufen schon viele Projekte, angefangen von energetischen Sanierungen, Photovoltaikanlagen auf dem Dach und moderner Heiztechnik. Leverkusen profitiert dazu noch vom Naturgut Ophoven, das Umweltbildungszentrum der Stadt. Es steht für Naturschutz, Erhalt der Artenvielfalt und Nachhaltigkeit. Dort laufen auch die Fäden der stadtweiten Kampagne „Klimaschutz - Jede, jeder, jeden Tag“ zusammen.

Zahlreiche Schulen kooperieren mit dem Naturgut, erst diese Woche hat die Gesamtschule Schlebusch einen Bienenparcours angelegt. Sie ist zudem eine Kooperation mit dem Naturgut eingegangen. Das Erlebnisprogramm des Naturguts Ophoven besteht zurzeit aus mehr als 70 Angeboten für alle Schulformen und Kindergärten.  Die Themen betreffen die Lehrinhalte des Sach-, Biologie-, Geschichts- und Kunstunterrichts. Die Erlebnis-Programme werden von pädagogischen Kräften des Naturguts geleitet. Zudem bietet das Naturgut auch Projektwochen für die verschiedenen Schulformen an, und zwar zu verschiedenen Themen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

In der Stadt Monheim gehen der Klimaschutz und das vorrangige strategische Ziel, benachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern, quasi Hand in Hand.  Allein in diesem Jahr investiert die Stadt  50 Millionen Euro in Schulneu- oder Erweiterungsbauten.  „Dort wird selbstverständlich nach aktuellsten Anforderungen der Energieeinsparverordnung und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz gebaut“, sagt Michael Lobe, Gebäudemanager der Stadt Monheim. Die Stadt gehe teilweise sogar darüber hinaus, indem sie weitreichende Erdwärme-Heizungsanlagen installiere, versichert Lobe. Als Beispiel führt er das neue Schulgebäude an, das für die katholische  Lottenschule und die Astrid-Lindgren-Schule entsteht. Das treffe auch auf den Erweiterungsbau für das städtische Otto-Hahn-Gymnasium zu.

Überdies würden die Monheimer Schulen fortwährend energetisch saniert, betont Lobe. In der jüngsten Vergangenheit wurden beispielsweise in der Hermann-Gmeiner- und in der Sekundarschule  neue energieeffiziente Fenster eingebaut. Außerdem konnte rund ein Viertel an Energieverbrauch eingespart werden, indem in den Jahren 2002 bis 2006 die Regelungstechnik aller Heizungsanlagen erneuert wurde.

Die Mega, der städtische Energieversorger, betreibt auf den Dächern der Schulen Photovoltaikanlagen, allerdings nur dort, wo es technisch und statisch möglich ist, wie auf den beiden großen Sporthallen am Berliner Ring. Die Beleuchtung in den Schulgebäuden wurde sukzessive auf LED umgestellt, teilweise mit tageslichtabhängiger Steuerung. „Wenn es draußen heller wird, wird das Licht automatisch heruntergedimmt“, so Lobe. Dank des Präsenzmelders geht das Licht aus, wenn der Raum leer ist. In den Sporthallen wurden bei der Installation  neuer Lüftungsanlagen Wärmerückgewinnungsanlagen eingebaut, das reduziert Heizkosten.

Auch innerhalb der auf Energieeffizienz optimierten Gebäudehüllen befassen sich Schüler mit dem Thema Klimaschutz. „Wir haben an unserer Schule in den letzten Jahren mehrere Kurse zu dem Thema ins Leben gerufen“, berichtet Maj-Britt Schröder, Erdkunde-Lehrerin am Otto-Hahn-Gymnasium.  Unter dem Titel  „Welt retten“ setzten Schüler der  Q 1 selbstständig Projekte zum Thema Nachhaltigkeit um – und zwar unmittelbar vor Ort: So wurde etwa die Mülltrennung am OHG aufgegriffen, Blogs über nachhaltige Ernährung mit Aktionstagen im Schulcafé verquickt, aber auch Youtube-Kanäle zum Thema Energie sparen untersucht. Ferner wurden  Müllsammelaktionen und eine  Baumpflanzaktion initiiert. Eine Klima-AG mit dem Titel „For future“ befasst sich an zwei Terminen pro Woche mit Möglichkeiten, Klima- und Umweltschutz an der Schule zur Geltung zu bringen. Die Achtklässler eines Differenzierungskurses Erdkunde stießen im Rahmen des Themas „Nachhaltige Entwicklung – Klimawandel“  verschiedene Projekte an: Sie gestalteten die Earth Hour mit und drehten Videos über den Klimawandel und seine Folgen und gestalteten ein Unterrichtsstunde für 5. Klassen zu dem Thema. In der Klasse 9 setzten sich die Schüler des Diff-Kursus ein halbes Jahr mit dem Thema „Ressourcenverbrauch und Gegenbewegungen“ auseinander und schlossen es mit einer Upcycling-Aktion ab, also der Umarbeitung von alten, unbrauchbaren Sachen in etwas Neues. Die Projektwoche wird in diesem Jahr unter dem Motto „OHG for future“ das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellen, so Schröder,  –  mit Projekten etwa zum Thema Zero Waste, also einem Leben mit möglichst wenig Abfall und Ressourcenverbrauch.

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