Leverkusen: Freibad wird zum Wahlkampfthema

Leverkusen : Freibad wird zum Wahlkampfthema

Der Streit um das geschlossene Schlebuscher Freibad Auermühle wird zum ganz heißen Wahlkampfthema. Der frisch gegründete Bürgerverein "Wir wollen die Auermühle zurück" forciert seine Anstrengungen, das Bad zu reaktivieren. Inzwischen haben sich 5000 Bürger auf eine Unterstützerliste eingetragen haben, berichtete gestern Vereinsvorstandsmitglied Michael Kulisch. Allerdings sagte er gestern auch: "Mit so einer politischen Aufregung, wie sie jetzt entstanden ist, haben wir nicht gerechnet, dabei bin ich ein völlig unpolitischer Mensch."

Druck bekam der Verein gestern von mehreren Seiten. Etwa von Uwe Richrath: Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat hatte den Verein besucht und zugesagt, sich des Themas Freibad anzunehmen, wenn er Oberbürgermeister werden sollte. Tatsächlich schrieb der Bürgerverein in einer gestern eiligst zurückgezogenen Pressemitteilung, das die Wahl des Oberbürgermeisters auch eine Abstimmung über das Freibad sei. Gleichzeitig dokumentierte der Verein seine Enttäuschung, dass Amtsinhaber Reinhard Buchhorn "unser Anliegen völlig ignoriert".

Dabei war es vor allem Buchhorn, der einen ersten Versuch unterstützte, mit einem ehrenamtlichen Badverein das Freibad weiterzuführen, was dann scheiterte. Gestern erinnerte CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Eimermacher an diese Ratsentscheidung: Richrath habe selbst, wie auch seine komplette damalige SPD-Fraktion, am 18. März 2013 dem Beschluss des Rates zur Aufgabe des Schwimmstandortes Auermühle zugestimmt.

Der neue Bürgerverein erweckte in den vergangenen Tagen auf Facebook und in Veröffentlichungen sogar den Eindruck, Richrath wolle nach seiner Wahl alle Verkaufsabsichten für das Freibad unverzüglich stoppen. Das sei falsch, sagte Uwe Richrath gestern unserer Redaktion. Er habe sich das Anliegen des Bürgervereins angehört und dann ein auf 20 Jahre ausgelegtes, finanziell tragbares Badkonzept gefordert. Nur dann will Richrath über das Schlebuscher Freibad neu nachdenken. Der Verein hat seine Aussagen inzwischen korrigiert.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold warf Richrath unseriöses Arbeiten vor. Wer sich überall lieb Kind mache, werde schnell von der Realität eingeholt.

(RP)