Veranstaltungsreihe „Frauen gestalten unsere Stadt“ Frauenpolitik in Leverkusen: Diskussion über Gleichstellung

Leverkusen · Die Landtagskandidatinnen der FDP, SPD und der Grünen sowie der Kandidat der CDU diskutierten im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frauen gestalten unsere Stadt“ über Themen wie Frauenquote und mehr.

 Petra Franke, Milanie Kreutz, Eliana Clausius und Rupy David (v.l.) diskutieren über die Frauenquote und mehr.

Petra Franke, Milanie Kreutz, Eliana Clausius und Rupy David (v.l.) diskutieren über die Frauenquote und mehr.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

„Wir müssen reden – und zwar über Gedöns“, begann Moderatorin Eliana Clausius die Runde. Und mit Gedöns, um es mit den Worten unseres Altkanzlers zu sagen, meinte sie Frauen- und Gleichstellungspolitik.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frauen gestalten unsere Stadt“ luden das katholische Bildungsforum, der deutsche Frauenring und das Frauen- und Gleichstellungsbüro der Stadt Leverkusen zum Diskurs ein.

Die Landtagskandidatinnen Rupy David (Grüne), Petra Franke (FDP), sowie Milanie Kreutz (SPD), die spontan als Vertretung für Kandidatin Eva Ariane Koepke einsprang, und Kandidat Rüdiger Scholz (CDU) starteten im Kunstverein Schloss Morsbroich in eine Diskussion.

Kein Zufall, dass die Debatte am 8. März stattfand. Schließlich wurde an dem Tag zum 27. Mal der Weltfrauentag gefeiert. Doch gefeiert werden konnte diesbezüglich noch nicht viel, mussten sowohl die Kandidaten als auch die Zuschauer feststellen.

„Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung. Im Landtag sitzen 144 Männer und 55 Frauen. Wie kann das sein?“, stellte Clausius als Frage in den Raum. Da müsse etwas getan werden, da sind sich alle Parteien einig. Doch wenn danach gefragt wird, wie, spalten sich die Meinungen. Ist die Frauenquote der Weg zum Ziel? Eine Zuschauerin sagte: „Ich will nicht als Quotenfrau gelten.“ Die FDP habe sich „ganz bewusst nicht für die Frauenquote entschieden.“ Grünenkandidatin David hingegen ist „gerne Quotenfrau“. Sie schloss an: „Die Quote ist nicht die Lösung, aber eine Krücke.“ Die SPD äußerte sich für, die CDU gegen eine Quote. „Wir haben es lange genug ohne probiert“, findet Kreutz, „Frauen müssen sich trotzdem durchbeißen.“

In der Pandemie ist der Anteil der Haushalte, in denen Frauen fast vollständig die Kinderbetreuung übernommen haben, um fast acht  Prozent gestiegen. Und wenn es darauf ankommt, ob die Mutter oder der Vater Elternzeit beanträgt, spielt erneut der Gender-Pay-Gap eine Rolle, weshalb Frauen häufig Carearbeit leisten, fügte David hinzu. Corona gehe auf Kosten der Frau, sagte eine Zuschauerin. Es fehle an Kita-Plätzen, und wegen Covid-19-Fällen werden Kinder nach Hause geschickt, was nicht zuletzt auch aufgrund des Personalmangels passiert, meldete Kreutz. Hinzu komme, dass dadurch ein hoher Kostenaufwand entstehe.

„Woran hakt es also, dass Jungen und Mädchen nicht von vornherein den gleichen Weg einschlagen?“, fragte Clausius. „Die Struktur müsse geändert und neue Rahmenbedingungen geschaffen werden“, gab Franke zu bedenken. Scholz, der selbst Lehrer war, sagte aus Erfahrung, dass die Interessen von Mädchen und Jungen in den meisten Fällen in den klassischen Berufen liegen würden. Eine 60-jährige Zuschauerin musste frustriert feststellen: „Vor 35 Jahren saß ich am gleichen Tag in einer ähnlichen Runde und strukturell hat sich kaum etwas verändert.“

Was also kann angefangen bei der frühkindlichen Erziehung, getan werden? Ein Lösungsansatz, von dem Scholz und Franke sprechen, ist die praxisintegrierte Ausbildung – kurz Pia. Konkret bedeutet das: Erzieher erhalten in der Ausbildung eine höhere Vergütung. Das kann und soll eine Motivation für Frauen und Männer sein, diesen Beruf anzustreben.

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