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Frauennotruf Leverkusen absolviert in 2020 rund 800 Beratungen

Neues Online-Angebot für Betroffene in Leverkusen : Frauennotruf absolviert 2020 rund 800 Beratungen

Mit der virtuellen Beratungsstelle steht das Hilfsangebot Opfern von sexualisierter Gewalt nun auch online zur Verfügung. So sollen auch Betroffene angesprochen werden, die sich bisher nicht an die Hilfsstelle gewandt haben.

In einem gewöhnlichen Jahr absolviert der Frauennotruf Leverkusen im Schnitt zwischen 500 und 600 Beratungen im Jahr. Vergangenes Jahr waren es 800 – und das, obwohl das Beratungsangebot coronabedingt eingeschränkt war.

Doch die Not in der Pandemie habe den Bedarf verdeutlicht und neue Wege ermöglicht, die Hilfesuchende auch kontaktlos zu unterstützen, erläutert Andrea Frewer, Leiterin der Beratungsstelle. „Die Pandemie hat uns an unsere technischen Grenzen in der Beratung gebracht. Durch die Datenschutz-Grundverordnung ist es uns nicht erlaubt, Beratungen per E-Mail anzubieten.“ Auch Videotelefonie sei schwierig gewesen. Stattdessen habe sehr viel telefoniert.

Aber die Nachfrage stieg so rasant, dass Frewer Unterstützung benötigte und der Trägerverein der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt schließlich einen Förderantrag bei der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW einreichte, der diesen zügig bewilligte. „Seit Januar dieses Jahres unterstützt uns daher Sarah Thibol“, verkündet Vorstandsmitglied Sabine Rusch-Witthohn zufrieden.

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Die studierte Sozialwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Sozialpsychologie und Genderforschung hat sich, ähnlich wie Frewer auch zur virtuellen Beraterin fortbilden lassen und bietet seit diesem Monat die kontaktlosen Beratungen übers Internet an. „Die virtuelle Beratung funktioniert so, dass sich die Frauen oder Mädchen über unsere Homepage (www.frauennotruf-lev.de) für eine Online-Beratung mit Nickname und Passwort registrieren und einen Termin vereinbaren oder uns über einen gesonderten Server eine Nachricht zukommen lassen.“ Viel mehr als einen ausgedachten Namen brauchen die Hilfesuchenden nicht anzugeben, sodass die Beratung nach Wunsch, sogar anonym verlaufen kann.

Die Hemmschwelle sei dadurch niedriger, als bei einem Besuch in der Beratungsstelle. „Unsere Zielgruppe sind junge Frauen und Mädchen, die mit dem Medium vertraut sind, Klienten, die nicht mobil oder durch die Kinderbetreuung eingeschränkt sind“, berichtet Thibol. Auch wer nicht mit dem Medium vertraut ist, hat die Möglichkeit, sich in der Beratungsstelle eins der fünf zur Verfügung stehenden Endgerät auszuleihen und darin eingewiesen zu werden. Die virtuelle Beratungsstelle ist nachhaltig angelegt und soll auch nach der Pandemie Bestand haben.

Frewer und Thibol sind überzeugt, durch die virtuelle Beratungsstelle auch Betroffene zu erreichen, die sich zuvor nicht in die Beratungsstelle trauten. Bis Dezember läuft das Förderprojekt, danach wird der Verein die virtuelle Beratungsstelle über Spenden finanzieren müssen.