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Leverkusen: Frauen-WM: Stadt machte Verlust

Leverkusen : Frauen-WM: Stadt machte Verlust

Für die Organisation der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft muss die Stadt 315 000 Euro aus eigenen Mitteln bezahlen. Dies berichtet der verantwortliche städtische Sportpark im jetzt vorgelegten Geschäftsbericht 2011.

Wer heute mit Sportverantwortlichen bei der Stadt über die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Leverkusen spricht, sieht meist in glänzende Augen. "Leverkusen konnte sich als exzellenter Gastgeber ... vor Ort und auf den TV-Bildschirmen in aller Welt präsentieren", lobt der Sportpark-Leiter Georg Boßhammer. Die gelungene Weltmeisterschaft sei "ein Meilenstein" für die Stadt. Der Frauen-Fußballsport verzeichne in Leverkusen enorme Zuwachsraten.

Wer sich mit einigen Bayer-Verantwortlichen unter vier Augen zum Thema WM-Frauenfußball unterhält, hört meist den Kommentar: Das war nicht gerade riesig, eher ein Reinfall. Die Bayer-Frauenfußball-Mannschaft steht derzeit auf dem letzten Tabellenplatz der ersten Bundesliga. Beim jüngsten Heimspiel in Leverkusen verloren sich 273 Zuschauer am Rasenrand. Dies ist in der Zuschauerstatistik ebenfalls der letzte Platz.

Sponsoren fehlten

Im September 2008 unterschrieben Fifa, Deutscher Fußballbund (DFB), das WM-Organisationskomitee und die Stadt einen WM-Durchführungsvertrag für den Spielort Leverkusen. Als Etat waren rund 520 000 Euro für 2010/2011 geplant. Die Hoffnung der lokalen Stadtmanager: Das Geld sollte durch Werbe- und Sponsorengelder aufgebracht werden, die hoch verschuldete Stadt wollte nur im Notfall als Finanzier einspringen. Jetzt muss die Stadt ihre Garantie einlösen: Mit der Frauen-WM machte die Stadt 315 000 Euro Verlust.

Im Geschäftsbericht des städtischen Sportparkes hört sich dies noch positiv an: "Der Verlust des Sportparkes Leverkusen wird über die Reduzierung der Ausschüttung an den Kernhaushalt ... ausgeglichen." Bedeutet aber immer noch: Der ohnehin angeschlagenen Stadtkasse fehlen die 315 000 Euro für andere Aufgaben.

Als Betreiber der städtischen Sportanlagen und Bäder arbeitet die Stadtabteilung "Sportpark" ohnehin immer mit Verlust. Die Stadt finanziert den Sportpark deshalb und wegen der Steuergutschriften über die Gewinne der EVL, die Dividenden der RWE-Aktien und mehr.

Für 2011 ist dies dringender denn je: Die Freibäder Auermühle (Schlebusch) und Wiembach (Opladen) verbuchten den schlechtesten Besuch seit Gründung des Sportparkes (1996). Trotzdem sollen übrigens die Eintrittsgelder nächstes Jahr unverändert bleiben. Erst 2013 sind Erhöhungen geplant, notiert die Sportpark-Spitze.

Sanierung für 700 000 Euro

Speziell im Bad Calevornia will die Stadt viel sanieren. Für 250 000 Euro wurde gerade die 13 Jahre alte Rutsche am Bad ersetzt. 2013 soll der Umkleide- und Sanitärbereich komplett erneuert werden. Die Bereiche sind zu eng, Türen, Schränke und anderes sind verschlissen. Kosten: 700 000 Euro (Angaben: Sportpark-Wirtschaftsplan 2012).

(RP)