Leverkusen: Foest-Skulpturen in Berlin

Leverkusen: Foest-Skulpturen in Berlin

Vier Skulpturen des Leverkusener Künstlers Eberhard Foest stehen jetzt auf dem Außen- und Innengelände des Bundesfinanzministeriums in Berlin. Thematisch befassen sie sich mit dem Thema "Berliner Mauer". Foest hatte die Mauerskulpturen mit den Titeln "Mauerstück 1", "Mauerstück 2", "Mauer" und "Achtergruppe" vor anderthalb Jahrzehnten unter dem Eindruck der Wende geschaffen; die großformatigen Arbeiten bestehen aus Corten-Stahl.

Ein Bestandteil sind die typischen Foest-Figuren, von denen mehrere auch in Leverkusen zu sehen sind. Eine befindet sich beispielsweise in Wiesdorf neben dem Lokal "Wacht am Rhein".

Das Schicksal der viele Jahre geteilten Stadt Berlin hat Eberhard Foest sowohl in seinem bildnerischen Wirken, als auch persönlich stark beschäftigt. Die Mauerskulpturen entwickelten sich aus zahlreichen Skizzen und Zeichnungen. Ein Kerngedanke, der den Stahlplastiken zugrunde liegt, ist der Versuch, das Moment der Isolierung mit Blicken, Kommunikation und physischer Kraft zu überwinden oder der Trennung elementare menschliche Werte entgegenzusetzen.

Foest hatte sich lange darum bemüht, seine Objekte in Berlin zu platzieren. Nun, wo es ihm gelungen ist, habe er einen gewissen Abschiedsschmerz verspürt, als sie sein Atelier verließen, gesteht der Künstler. In der Bundeshauptstadt werden die Mauerskulpturen heute offiziell vorgestellt. Die Präsentation übernimmt Werner Gatzer, Staatssekretär beim Bundesfinanzminister.

Der 1935 in Schlesien geborene Eberhard Foest studierte Malerei und Architektur an der Folkwangschule in Essen, am Reviertheater Gelsenkirchen (Dramaturgie) sowie an der Ingenieurschule in Essen und Münster. 1980 begann er mit der Bildhauerei. Seit 1983 zeigte er seine Werke in einer Vielzahl von Ausstellungen, die sich nicht auf Deutschland beschränkten. Auch in europäischen Nachbarländern waren die Arbeiten des Leverkuseners schon zu sehen.

(RP)
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